Letzte große Gewerbefläche in Neu-Ulm geht an Daimler

Der Konzern baut in Neu-Ulm eines der modernsten Nutzfahrzeug-Zentren Europas. Dafür hielt das Rathaus noch das einzige großdimensionierte Areal in Reserve.

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Bei Spatenstich (von rechts): OB Gerold Noerenberg, Tobias Jung von Daimler Real Estate, Direktionschef Thomas Witzel und (vom Helm verdeckt) Felix Hölze von der Baufirma Leonhard Weiss.  Foto: 

Daimler baut in Neu-Ulm das modernste Nutzfahrzeug-Zentrum Deutschlands – „vielleicht sogar in Europa“. Das sagte am Donnerstag der Chef der Lkw-Vertriebsdirektion Württemberg, Thomas Witzel, beim Spatenstich in Schwaighofen. Für Lastwagen, Transporter und Vans von Mercedes entsteht in der Emmi-Noether-Straße bis August 2018 ein Service- und Vertriebszentrum, das den alten, beengten Standort an der Zeppelinstraße ablöst. Der Betrieb dort „platzt aus allen Nähten“, sagte Witzel: „weil der Markt prosperiert“. Aus diesem Grund habe der Daimler-Vorstand dem Projekt in Neu-Ulm den Vorrang vor anderen Investitionen wie beispielsweise in China gegeben. Die Investitionssumme beträgt deutlich mehr als 20 Millionen Euro.

Aus Sicht Witzels verfügt das Areal in Nachbarschaft zum Holzhandel Carl Götz über eine „tolle Lage“ unweit der Autobahnen A 7/A 8. Man habe daher alternative Pläne, mit dem Lkw-Standort direkt an die Autobahn heranzurücken, fallenlassen können.

„Tolle Entwicklung“

Das Nutzfahrzeugzentrum soll unter der Woche von 7 bis 22 Uhr offen sein, am Samstag von 7 bis 16 Uhr. Es verfügt beispielsweise auch über einen bislang einzigartigen Arbeitsplatz für Reparaturen an Lkw-Dächern. Von bisher 160 Mitarbeitern zählen 80 zum Service. Witzel ist für das neue Zentrum schon auf der Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern.

Das Areal in Schwaighofen ist mit 39.000 Quadratmetern das letzte verbliebene große Gewerbe-Grundstück in Ulm/Neu-Ulm. „Das ist die letzte große Fläche“, sagte der Neu-Ulmer OB Gerold Noerenberg beim Spatenstich.

Man habe auch einmal über eine Aufteilung nachgedacht, sich dann aber für eine geduldige Strategie entschieden. Mit Daimler sei ein idealer Investor gefunden worden. Die Entscheidung des Konzerns für den Standort Neu-Ulm sei eine Bestätigung für die „tolle Entwicklung der Region“.

Der gemeinsame Stadtenwicklungsverband mit Ulm und anderen benachbarten Kommunen (SUN) habe sich in diesem Kontext eindeutig bewährt: „Wir müssen regional denken.“ So werde man in Kürze auch ein Gewerbeprojekt mit Nersingen starten. Der neue Daimler-Lkw-Standort wird aus Noerenbergs Sicht eine große Ausstrahlung haben: von Aalen bis zum Bodensee.

Der Neubau wird nach modernsten Gesichtspunkten konzipiert, erläuterte Tobias Jung von Daimler Real Estate: auch mit einer Wärmepumpe und biologischen Wasseraufbereitung. Den Altstandort in der Zeppelinstraße mit 19.000 Quadratmetern werde man voraussichtlich in einem offenen Bieterverfahren verkaufen. Noerenberg wünscht sich dafür angesichts des schwierigen Umfelds eine „hochwertige Belegung“. Im Umfeld der Diesel-Debatte kündigte Witzel auch den Einsatz neuer Technologien an. So wolle man von 2018 an die ersten Elektro-Lastwagen testen.

Standorte Die Vertriebsdirektion Lkw hat ihren Hauptsitz mit Thomas Witzel in Neu-Ulm. Hauptsitz für Pkw ist mit Manfred Hommel in Stuttgart, dazu zählt die Niederlassung in der Von-Liebig-Straße. Zu Witzels Gebiet zählen weitere größere Standorte in Stuttgart, Reutlingen und Schwäbisch Gmünd sowie kleinere Service-Einheiten, mit insgesamt 500 Mitarbeitern. Der Standort Neu-Ulm erhielt zuletzt einen Preis für die deutschlandweit beste Lkw-Werkstatt von Daimler.

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