Leiche am Donauufer

Passanten haben am Dienstagmorgen an der Kleinen Donau in Neu-Ulm eine Leiche gefunden. Der Mann war fünf Meter tief eine Mauer hinab auf einen Stein gestürzt und dann im Wasser liegen geblieben.

|
An dieser Uferstelle an der Kleinen Donau auf der Neu-Ulmer Seite muss der Mann nach seinem Sturz aufgeprallt sein. Zwei Kriminalbeamte suchen nach Spuren auf den großen Quadersteinen. Fotos: Volkmar Könneke

War es ein Unfall? Ein Unglück nach einer Rempelei? Oder doch ein Verbrechen in der Nacht nach Schwörmontag? Fragen über Fragen, auf die die Neu-Ulmer Kriminalpolizei im Verlauf des gestrigen Dienstags noch keine Antworten parat hatte.

Bisher steht nur fest, dass Passanten am frühen Dienstagmorgen am Neu-Ulmer Donauufer eine männliche Leiche gefunden haben. Wenige Minuten vor 7 Uhr waren bei der Polizei mehrere Notrufe eingegangen. Nach Auskunft des Leiters der Kriminalpolizei, Jürgen Schweizer, lag die Leiche im Wasser der Kleinen Donau direkt neben der Marienstraße hinter der Sparkasse.

Allem Anschein nach ist der 48-jährige, in Neu-Ulm wohnhafte Mann dort von der Mauer gestürzt und mit dem Kopf auf den großen Steinquadern aufgekommen, die zur Uferbefestigung angebracht sind. Nach einer Obduktion in der Ulmer Rechtsmedizin steht fest, dass der Mann zwar schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, letztlich aber ertrunken ist.

Entsprechend kann die Polizei auch wenig zum Todeszeitpunkt sagen. Allerdings spricht vieles dafür, dass der Mann irgendwann nach Mitternacht von der Mauer gestürzt sein muss. Es wäre der erste Todesfall im Umfeld des Schwörmontag - vermutlich seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar überhaupt. Bei den Polizeistellen beiderseits der Donau ist jedenfalls kein vergleichbarer Fall aus der Vergangenheit bekannt.

Wie einer Pressemitteilung der Polizei zu entnehmen ist, war der Mann vollständig bekleidet. Er gehörte also offensichtlich nicht den Nabadern an, die am Nachmittag an dem großen Wasserumzug teilgenommen hatten. Die Kriminalbeamten versuchen jetzt nachzuvollziehen, wie der Mann den Abend verbracht hat und mit wem. Bislang konnten keine Zeugen dazu vernommen werden.

Wie ein Polizeisprecher mitteilt, ist derzeit alles denkbar, wenngleich keine Spuren auf ein Verbrechen vorliegen. Jetzt soll geklärt werden, wie und mit wem der kräftige Mann mit hohem Haaransatz den Abend verbracht hat. Er war mit einer knielangen grünen Bermudashorts mit Tarnmuster, einer schwarz-rote Trainingsjacke und einem schwarzen T-Shirt mit der Rückenaufschrift"Stammkunde - Tommy" bekleidet. Die Kriminalpolizei Neu-Ulm bittet um Hinweise unter Tel. (0731) 801 30.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Innenstadthandel klagt über Gewalt und Drogen

Bei Regen und Kälte ist nur wenig zu sehen von den unhaltbaren Zuständen, die einige Geschäftsleute auf der Bahnhofstraße beklagen. Doch es gibt sie, auch wenn es derzeit eher entspannt zugeht. weiter lesen