Legionellen: Staatsanwalt tritt auf der Stelle

Eine Anklage-Erhebung der Staatsanwaltschaft wegen der Legionellen-Epidemie Anfang 2010 mit 5 Toten und 59 Schwerkranken lässt weiter auf sich warten.

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„Die bisherigen Unterlagen reichen möglicherweise nicht aus, um einen Kausalitätsnachweis zu führen“, sagt Oberstaatsanwalt Rainer Feil auf Anfrage. Man überlege sich deshalb, erneut an den Sachverständigen heranzutreten. Möglicherweise müsse sogar ein weiteres Gutachten her.

Feil hatte 2011 Prof. Manfred Exner von der Uni Bonn mit einem Zweitgutachten beauftragt, nachdem Zweifel am Wert des ersten Gutachtens aufgekommen waren. Es war kurz nach dem Legionellenausbruch von der Firma Strabag in Auftrag gegeben worden und hatte die Frage nach den Schuldigen nicht beantwortet. Zudem lag der Vorwurf der Parteilichkeit in der Luft: Die Strabag verwaltet das Telekom-Gebäude, aus dem die verseuchte Dampfwolke austrat. Gutachter Exner geht davon aus, dass eine zu geringe Dosierung eines Biozids in der Kühlanlage für den Legionellenausbruch verantwortlich ist. Die Staatsanwaltschaft hält die Beweislage indes für komplizierter.

Anwälte der Geschädigten überlegen sich deshalb, nun zivilrechtliche Schritte einzuleiten. Ursprünglich hatte man erst die Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft abwarten wollen, um dann gegen den Verursacher Schadenersatzforderungen geltend zu machen. 

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