Lama-Nachwuchs im Zirkus

Mit 13 Lamas ist der Weihnachtszirkus nach Ulm gekommen. Mit 14 Lamas wird er Ulm verlassen. Lama-Stute Tina brachte in der Friedrichsau ihr Fohlen zur Welt - bald steht es mit der Mutter in der Manege.

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Einen feuchten Lama-Kuss bekommt die Stute Tina von ihrem neugeborenen Sohn Alex.  Foto: 

Niemand spuckt. Alle lächeln. Zumindest die Menschen, die um das neugeborene Lama-Baby Alex herumstehen, das zur Attraktion des Weihnachtszirkus geworden ist. Ohne Lama-Baby ist der Zirkus nach Ulm gekommen, mit Lama-Baby wird er Ulm verlassen.

Alex präsentiert sich von seiner besten Seite und fühlt sich offenbar nicht bedroht. Denn sonst können Lamas schon mal zur Verteidigung spucken, erklärt Veno Mendes, der für die Dressuren der Pferde, Kamele und Lamas zuständig ist. Manchmal zupft das Kleine seiner Mutter am Fell oder kaut auf Heu. Das Lama-Fohlen mit seinem braunschwarzen Fell ist vor einer Woche in der Friedrichsau zur Welt gekommen. Es ist 60 Zentimeter hoch und wiegt ungefähr fünf Kilo. Ein paar Zähne hat Alex schon, aber noch nicht alle.

Mendes muss gut auf das Fohlen aufpassen. "Lama-Babys haben ein kleines Herz und dürfen sich nicht überanstrengen. Besonders gefährdet sind sie im ersten Jahr", sagt Mendes. Denn Lamas haben einen Laufdrang, und die Kleinen könnten diesem Drang erliegen und laufen, bis sie tot umfallen. Lamas leben normalerweise in der Herde und passen aufeinander auf. Die Mutter Tina und der kleine Alex haben hier aber eine extra Box. "Damit die größeren Lama-Kinder nicht den Kleinen überrennen", erklärt Mendes.

Eigentlich sind die Tiere in Westerheim zu Hause und leben im Sommer auf der Weide. Für den Zirkus sind 13 Lamas nach Ulm gekommen, fünf davon sind erst drei Monate alt. Sie sind schon lebhafter als Alex und wuseln um ihre Mütter herum. Alex ist das einzige männliche Lama der Herde, sein Vater ist in Westerheim geblieben. Die Lama-Stute Tina ist zehn Jahre alt und hat schon sieben Fohlen zur Welt gebracht. Bei der Geburt brauchte sie kaum Hilfe. "Ich brauchte nur kontrollieren, ob Mutter und Kind gesund sind", sagt Mendes. Ein Veterinär war bei der Geburt nicht dabei. "Tierärzte kennen sich mit exotischen Tieren meistens nicht so gut aus, da haben wir Dresseure mehr Erfahrung", meint Mendes. Er stammt aus der Familie Traber-Renz, eine der ältesten Zirkusfamilien Europas, und ist mit den Tieren aufgewachsen. Schon seine Vorfahren haben mit Kamelen und Lamas gearbeitet.

Seinen ersten Spaziergang wird der kleine Alex am Wochenende mit seiner Mutter in der Friedrichsau machen. Tina genießt fortan sechs bis acht Wochen "Mutterschutz", erst danach kann sie wieder auftreten - was auch für Alex das Debüt in der Manege bedeutet. "Damit er sich gleich daran gewöhnt", erklärt Mendes. "Das läuft ganz spielerisch. Der Kleine macht nur das, was er will. Und das ist meistens das, was die Großen auch machen."

Familie der Kamele
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