Kunst: Rundgang durch das Quartier "Auf dem Kreuz"

Ob Friseursalon, Fotogalerie oder Werbeagentur - überall war Kunst zu sehen. Der Rundgang - 14 Stationen - durch das östliche Innenstadt-Viertel "Auf dem Kreuz" kam gut an bei interessierten Bürgern.

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Interessante Einblicke gab es beim Stadtteilrundgang "Kreuzgänge" Auf dem Kreuz.  Foto: 

"Sonst ist hier nicht so viel los", versuchte sich der Stadtführer für das Gedrängel zu entschuldigen. Die abendliche städtische Führung durch das Quartier "Auf dem Kreuz" östlich der Frauenstraße führte durch enge Gassen hin zum historischen Zeughaus am östlichen Rand des Stadtzentrums. In diesem gemütlichen Altstadtviertel, in dem vor knapp 40 Jahren die Stadtsanierung begann, blieben etwa die Hälfte der historischen Bauten, allesamt vor 1700 erbaut, von der Kriegsbombardierung verschont.

Am vergangenen Samstag hatte sich das Viertel besonders in Szene gesetzt. Nicht etwa für die Stadtführung, sondern für die "Kreuzgänge", ein selbst organisierter Stadtviertelrundgang, der nicht auf das Äußere der Gebäude schaute, sondern in ihr Innenleben. "Wir wollten das Viertel auferwecken", sagte Petra Schmitt. Die Modedesignerin, die sich auf Strickmode spezialisiert hat und in der Hahnengasse ihr Atelier betreibt, war die Initiatorin dieser zweiten Auflage der "Kreuzgänge". Vergangenes Jahr beteiligten sich an dieser Art Straßenfest nur drei weitere Ateliers. Diesmal waren schon insgesamt 14 Stationen, die zu Kunst, Musik und kulinarischen Häppchen einluden und dabei zeigen konnten, " wie belebt und vielfältig und auch schön es hier ist", sagte Schmitt.

Ihn ihrem eigenen Atelier war die Vernissage der Leipziger Designergruppe Bar+Bar. Beatrice und Sandra Barth hatten das Cover der neuen Platte des Ulmer Quartetts Nufa gestaltet. So wurde Petra Schmitt auf sie aufmerksam.

Covergestaltung und spielerisches Grafikdesign konnten die Besucher vor Ort bei dem Spiel "Human Artwork" ausprobieren. Mit einem Bastelsatz bunter Formen versuchten zwei Männer, ein Cover auf einer großen weißen Platte nachzugestalten. "Wir wollten den eigenen Gestaltungsprozess im interagieren mit Menschen nachvollziehbar machen", sagte Beatrice Barth dazu.

Diesen Anspruch hatte auch Karikaturist Erwin Egger, der in der Werbeagentur Instinktiv Media in der Griesbadgasse mit einfachen Strichen die Besucher zeichnete, was sehr gut ankam bei den Besuchern.

Auch an den anderen Stationen bildeten sich Gruppen, um etwa die Werke von Eckart Rotter zu sehen, die bei dem Friseursalon Hahnenkamm ausgestellt waren, oder die Zeichnungen von Reintraut Semmler in der Fotogalerie am Zeughaus. "Schon im letzten Jahr waren die Besucher begeistert, welch künstlerische Vielfalt wir hier zu bieten haben", sagte Petra Schmitt.

Selbst die Teilnehmer der Stadtführung kamen am Ende noch voll auf ihre Kosten: Bei der 14. Station der Kreuzgänge im Wassermuseum konnten sie sich über einen Teil der Stadtgeschichte informieren, der sonst nicht öffentlich zugänglich ist. Dort stand über das Seelhausbrunnenwerk lesen: Man habe sechs Schuh weit und 30 Schuh tief graben lassen und sei bei ungefähr 14 ½ Schuh auf Wasser gestoßen.

Einige der Ausstellungen sind noch geöffnet. Etwa "Ist a game" der Leipziger Designergruppe Bar+Bar im Atelier Schmitt, Hahnengasse 15. Die Griesbadgalerie, Seelengraben 30, zeigt die Ausstellung "Im Kopf des Architekten" von Josef Sigalov und Elena Riazanova. Im Friseursalon Hahnenkamm, Hahnengasse 1, sind die Arbeiten von Eckart Rotter ausgestellt und in der Galerie der Sebastianskapelle, Hahnengasse 25, hängen noch bis kommenden Sonntag die Werke des Ulmer Künstlers Frank Hempel.

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