Kundgebung "Miteinander statt gegeneinander"

Zu Sternmarsch und Kundgebung hatte der Arbeitskreis "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen. Am Samstag zogen hunderte Demonstranten durch Ulm und setzten so ein Zeichen für ein friedliches Miteinander.

|

Ein bunter Haufen. So zogen Demonstranten am Samstagnachmittag durch Ulm. Sie trugen Banner mit Schriftzügen "Miteinander statt gegeneinander". Einige hatten sich in bunte "Pace-Flaggen" gehüllt, andere hielten Schilder hoch mit "Nie wieder Nazis in der Stadt der Geschwister Scholl". Der Arbeitskreis "Bündnis gegen Rechts" hatte zum Sternmarsch mit Kundgebung aufgerufen.

An drei Plätzen hatten sich die Demonstranten getroffen: am Petrusplatz in Neu-Ulm, am Einsteindenkmal in der Bahnhofstraße Ulm - dort liefen in vorderster Front Mitglieder der Grünen wie etwa der Landtagsabgeordnete Jürgen Filius mit -, am Willy-Brandt-Platz - dem Treff der SPD, darunter Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Landtagsabgeordneter Martin Rivoir. Von den Plätzen zogen die Demonstranten zum Münsterplatz, wo der DGB einen Wagen aufgestellt hatte. Von dieser Bühne sprach zunächst Sandra Spang, die den Nachmittag moderierte. Sie heizte ein: "Wir halten durch trotz der Kälte." Anlass für die Kundgebung sei auch Pegida, selbst wenn die Gruppe in der Region bisher nur in sozialen Netzwerken aktiv ist. "Das ist Anlass zum Handeln." In Ulm ist man "miteinander statt gegeneinander", so das Motto der Kundgebung.

Der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner bekräftigte: "Seit Jahrzehnten lebt Ulm davon, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen nach Ulm kommen. Das Zusammenleben wollen wir nicht gestört wissen von dumpfem Hass und Ausgrenzung." Für Gönner setzen die Demonstranten ein Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung, Mord.

Für den Rat der Religionen in Ulm sprachen Matthias Hambücher, der Pfarrer der Wengengemeinde ist, und Selda Karaduman. "Religionen stehen für Frieden unter den Menschen", sagte Hambücher. Er forderte eine kritische Auseinandersetzung mit den religiösen Texten aller Religionsgemeinschaften ein und sprach sich für ein eigenes Glaubensbekenntnis aus: "Wir bekennen uns zur Achtung des Grundgesetzes, zur respektvollen Kooperation, zum Recht auf freie Meinungsäußerung und zur Bereitschaft, Unterschiede zu akzeptieren". Der Katholik sieht seine Kirche durchaus kritisch: "Ich weiß, wir haben Nachholbedarf."

"Der Islam versteht sich als Religion des Friedenmachens", sagte Selda Karaduman vom Ulmer Türkisch-Islamischen Kulturverein. Die anwesenden Türken und türkischstämmigen Kundgebungsteilnehmer applaudierten heftig. Wer im Namen Allahs Grausamkeiten begehe, missbrauche den Islam, fuhr Karaduman fort. "Solche Taten sind Terrorismus, Extremismus." Seldar Karaduman: "Wir stehen gegen Hassprediger."

Weitere Bilder auf swp.de

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Täter von Eislingen entschuldigt sich in Abschiedsbrief

Drei Tote in Eislinger Tiefgarage: Der mutmaßliche Täter hat seiner Noch-Ehefrau und deren Freund mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten und sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst getötet. Er entschuldigt sich für die Tat in einem Abschiedsbrief. weiter lesen