Kumpan ausgepeitscht: Ex-Präsident der Black Jackets steht in Ulm vor Gericht

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag der Prozess gegen den Ex-Präsidenten der Black Jackets begonnen. Der Tatvorwurf: erpresserischer Menschenraub und gefährliche Körperverletzung.

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Harter Hund ganz zahm? Auf jeden Fall aber lässt sich nach dem ersten von drei anberaumten Verhandlungstagen sagen: Der Angeklagte, eigenen Worten zufolge „Ex-Präsident“ der als rockerähnlich eingestuften Black Jackets, ging am Freitag vor der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Ulm in Sack und Asche. Nach außen zumindest. Nicht nur, dass er den Vorwurf einräumte, er habe ein Mitglied seines Chapters 210 South West mit Peitsche und Stromkabel blutig geprügelt. Der 31-Jährige entschuldigte sich auch beim Opfer – „inständig“, wie er versicherte. „Es tut mir von ganzem Herzen leid. Ich hoffe, du hast mir verziehen“, wandte er sich an den zehn Jahre Jüngeren. Die beiden Verteidiger stellten zudem einen Täter-Opfer-Ausgleich in Aussicht, 5000 Euro sollen dem 21-Jährigen überwiesen werden – für die Verletzungen, die er an Fußsohlen und Rücken erlitten hat.

Nun, an der Tat selber gab es wenig zu deuteln. Gerd Gugenhan, Vorsitzender Richter der 2. Großen Strafkammer, ließ drei Videos vorführen – rund 30 Minuten voller Gewalttätigkeiten. Abgespielt haben sich die Szenen im September 2011 im Lustpark, einem Bordell in der Blaubeurer Straße, wo der Ex-Boss des Chapters 210 als Zwischenvermieter auftritt und teilweise auch Security-Aufgaben übernimmt. Er hatte den damals 19-Jährigen dorthin bestellt, um ihn von zwei Handlangern auf einen „SM-Hocker“ ketten zu lassen. Dann peitschte er ihn aus, drohte, ihn zu vergewaltigen, Salz auf die offenen Fußsohlen zu geben oder sich an dessen Schwester zu vergreifen. Alles, um ein Geständnis herauszuholen. Was denn auch gelang.

Der junge Mann, der damals Neuling bei den Black Jackets war und als Hausmeister im Puff arbeitete, hatte – das gab er am Freitag auch im Prozess zu – Automaten im Bordell geleert und 8500 Euro in seine Tasche gesteckt. Dazuhin hatte er eine Sammelkasse mit 500 Euro Inhalt geplündert; das Geld war für den Grabstein eines toten Chapter-Mitglieds bestimmt. Er sei „menschlich zutiefst enttäuscht“ gewesen von dem jungen Mann, sagte der Angeklagte, der in schwarzem Anzug und weißem Hemd vor Gericht erschien. Sowie in Hand- und Fußfesseln. „Ich habe ihm eine Wohnung, einen Job besorgt. Ich hatte ein besonderes Verhältnis zu ihm. Jeder wusste: Er war mein Liebling.“ Er habe ihm Angst einjagen, ihn bestrafen wollen. Mehr nicht. Dafür übernehme er die volle Verantwortung. „Ich will nichts schönreden.“

Worüber er nicht reden wollte: wer damals bei der Strafaktion dabei war. Das verbietet wohl der Ehrenkodex der Black Jackets. Auch zur Organisation der Gang wollte er keine Auskunft geben. Das machten die Verteidiger deutlich.

Zur Sprache kam aber ein Vorfall, der sich im August 2012 vor besagtem Etablissement abspielte. Der 31-Jährige, der der Polizei im März dieses Jahres ins Netz ging, hatte gemeinsam mit Kumpanen zwei Männer im angrenzenden Spielcasino gestellt, „zwielichtige rumänische Gestalten, auf deutsch: Zuhälter“, so der Angeklagte. Die zwielichtigen rumänischen Gestalten wurden laut Richter Gugenhan mit „roher Gewalt“ hinauskomplimentiert und verletzt der Polizei übergeben.

Der Prozess wird nächsten Freitag fortgesetzt – unter den selben Sicherheitsvorkehrungen. Polizisten mit schusssicheren Westen werden dann wieder jeden Zuhörer mit Metalldetektoren kontrollieren.

So viel zum Thema: zwielichtige Gestalten.

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Kommentare

07.09.2013 15:31 Uhr

Nun ja.

Ich weis nicht wie oft andere Probleme mit Zuhältern haben, aber meine halten sich in sehr sehr engen Grenzen, falls irgendwann überhaupt mal vorhanden. Ach ja, wer wuste eigentlich das die meisten Zuhälter die Ehemänner sind, die ihre Ehefrau zum Anschaffen schicken, und nicht die Rocker Russen Bulgaren Rumänen Black-Jackets ... ;)

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06.09.2013 23:32 Uhr

Traurig: Sind das denn die Einzigen, die uns noch gegen die rumänischen Zuhälter helfen?

Von der Polizei kommt ja leider nicht allzu viel Hilfe.

Traurig.

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