Kuhberg: Neue Mensa für vier Schulen geht im Februar in Betrieb

Das Gebäude steht schon, jetzt geht es um den Inhalt: Die Stadt hat einen Pächter für die neue Mensa des Schul-Campus auf dem Kuhberg gefunden. Der Vertrag ist unterschrieben, der Betrieb geht im Februar los.

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Für diesen Vertrag hat sich die Stadt Ulm externen juristischen Sachverstand zur Unterstützung ins Boot geholt: Es ging um die Geschäftsgrundlage für den zukünftigen Pächter der neuen Mensa der Kuhberg-Schulen. Die Vorgaben, die die Stadt macht, greifen weit in die Gestaltung des Essens ein:

- geringe Vorfertigung der Lebensmittel

- hoher Anteil an Frischprodukten

- keine Eier aus Käfighaltung

- kein Verwenden von Produkten, die mit Antibiotika belastet sind oder aus nicht artgerechter Aufzucht stammen

- Rücksicht auf verschiedene Ernährungsgewohnheiten

- hohe Servicequalität

Und das ist nicht das Ende der Liste. Zudem ist gefordert, dass es täglich drei warme Tagesessen gibt – davon mindestens eines vegetarisch – zum Preis von maximal 3,70 Euro.

Es gibt einen Anbieter, der sich auf die Bedingungen einlässt: die Firma Apetito Catering aus Rheine. „Hinter uns liegen spannende Verhandlungswochen“, sagte Gerhard Semler, Chef der Abteilung Bildung und Sport, der das Betreiberkonzept den Stadträten vorstellte. Die Stadt behält sich Eingriffe in viele Bereiche vor, um steuernd eingreifen zu können.

Die für knapp 3,5 Millionen Euro gebaute Campus-Mensa soll die Schüler und Lehrer von Robert-Bosch-, Ferdinand-von-Steinbeis- und die beiden Essinger-Schulen mit Essen versorgen und „der gastronomischen Diaspora auf dem Kuhberg ein Ende setzen“, sagte Semler weiter. Die Mensa hat eine Produktionsküche, deren Kapazität auf 800 Essen pro Tag im Drei-Schicht-Betrieb ausgelegt ist. Im Februar soll es losgehen.

Für die jüngsten Schüler (fünfte und sechste Klasse) wird als Speiseraum die bisherige Essinger-Mensa beibehalten. Das Essen wird sozusagen über den Hof geliefert. Der Pächter wird auch den Betrieb sämtlicher Automaten und Kioske der Schulen übernehmen und ein bargeldloses Bezahlsystem einführen.

Die Stadträte waren durch die Bank begeistert vom Konzept, insbesondre wegen der Vorgaben bezüglich der gesunden Ernährung. Auch die im Gremium öfter gewünschten kostenlosen Trinkwasserspender werden installiert.

Der Betreibervertrag hat eine Laufzeit von zunächst drei Jahren, mit einer Option der Verlängerung um zweimal drei Jahre. Die jährlichen Kosten für die Stadt bezifferte Semler mit 235.000 Euro Betriebskosten, insbesondere weil sie als Kommune die Maximalpreise vorgibt, und 30.000 Euro Investitionskosten. Im Gegenzug erhält sie 26.000 Euro an Pacht. Der Zuschuss für die Mensa beträgt also 239.000 Euro. Über die Pflichtaufgabe der Essensversorgung der Kuhberg-Schulen steht es dem Caterer frei, sagte Semler auf Anfrage aus dem Gremium, sich andere Geschäftsfelder zu erschließen – beispielsweise Angebote im Sozialraum zu machen. „Wir hindern das Unternehmen nicht daran, Geld zu verdienen und Gewinn zu machen.“

Dieser Tage hat die Firma Apetito für eine Delegation von rund 30 Schülern, Lehrern und Eltern aller vier Schulen eine Verkostung organisiert. Dabei hat es Chili con Carne und als vegetarische Variante mexikanische Gemüsepfanne gegeben. „Es hat sehr ordentlich und gut geschmeckt“, berichtet Gerhard Braunsteffer, Leiter der Robert-Bosch-Schule. Die anderen Test-Esser haben ein ähnliches Urteil abgegeben. „Jetzt sind wir gespannt, wie es im Normalbetrieb läuft.“

Kommentar zur Kuhberg-Mensa: Aus der Erfahrung gelernt 

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