Kündigungen: Schwaben Mobil wehrt sich gegen Vorwürfe

Busfahrer von Schwaben Mobil haben am Freitag wieder gestreikt. Sie fordern höhere Löhne und die Rücknahme von Kündigungen. Kein Streikender habe seinen Job verloren, sagt Geschäftsführer Ziegelmeier.

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Nach ihrer Streikpause während der Ferien haben Fahrer von Schwaben Mobil am Donnerstag und Freitag ihren Arbeitskampf fortgesetzt. Betroffen war das Busliniennetz der SWU in Ulm. Nach SWU-Angaben fehlte auf mehreren Linien je ein Fahrzeug, wodurch es zu Wartezeiten von bis zu 20 Minuten gekommen sei.

Die Gewerkschaft Verdi, die die Fahrer zum Streik aufgerufen hat, fordert für sie „ein faires Tarifangebot und die Rücknahme der Kündigungen gegenüber den drei entlassenen Streikenden“, teilt die hiesige Verdi-Geschäftsführerin Maria Winkler mit. Drei Fahrern, die nach dem ersten Streiktag im Juli von der SWU mit einem Fahrverbot belegt wurden, sei vor wenigen Tagen ohne Angabe von Gründen gekündigt worden.

Gegen diese Behauptung wehren sich der Geschäftsführer von Schwaben Mobil, Werner Ziegelmeier, und SWU-Sprecher vehement. Kein einziger Streikender habe seinen Job verloren, hieß es. Richtig sei, dass fünf Fahrern, die massiv gegen Verordnungen verstoßen hätten, die Fahrerlaubnis für Ulm entzogen wurde. Unter Fortzahlung ihrer Bezüge seien sie von der Arbeit freigestellt gewesen. Am 21. September sei dreien der Fahrer eine Änderungskündigung zugestellt worden. Demnach ist ihr Einsatzort nicht länger Ulm, wo sie nicht mehr fahren dürfen. Künftig sollen sie Busse in und um Bobingen bei Augsburg steuern, wo sich der Firmensitz von Schwaben Mobil befindet.

Was hatten die Männer getan, um die Fahrerlaubnis für Ulm zu verlieren? Im Juli hatten sie unter anderem mit Straßenbahnen und Bussen die Tramgleise blockiert, was gegen die Verordnung über Bau und Betrieb der Straßenbahnen verstößt, teilt Marc Fuchs von den SWU mit. Und weil alle SWU-Linien in der Stadt Straßenbahn-Trassen kreuzen oder zum Teil über Straßenbahntrassen verlaufen, sei ihnen nicht nur die Erlaubnis als Tram-, sondern auch als Busfahrer entzogen worden.

Ziegelmeier berichtet darüber hinaus von Eingriffen dieser Fahrer, die er als bewusste Sachbeschädigungen bewertet.

Winkler wirft den SWU vor, sich „massiv in den Arbeitskampf einzumischen“. Seit Schulbeginn werde auf Anordnung der SWU das Fahrpersonal nach einem „Notdienstplan“ eingesetzt. „ Grundsätzlich ist es so, dass die Schwaben Mobil-Fahrer so eingeteilt sind, dass die SWU bei Ausfällen mindestens jede zweite Fahrt bedienen kann“, hält Mark Fuchs dazu fest.

Verdi-Frau Winkler kündigt an, dass der Streik fortgesetzt werde: „Die Arbeitgeber werden zu keiner Zeit wissen, wann und wie lange gestreikt wird.“

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Kommentare

01.10.2012 15:39 Uhr

Nachfragen

Anmerkungen:
1. Auch die Linie 10 war von Streiks betroffen. Da die 10 nur alle 30 min fährt, kam es nicht zu "Wartezeiten von bis zu 20 Minuten", es fuhr dort 60 Minuten kein Bus. Auch sonst gibt es in Ulm / NU eine Reihe von Strecken, auf denen nur alle 20 min ein Bus fährt und ein Ausfall dann zu Wartezeiten bis 40 min führt.
2. Es ist anzunehmen, dass die Fahrer, die künftig in Bobingen fahren sollen, im Raum Ulm wohnen und dann einen wesentlich weiteren Anfahrtsweg zur Arbeit haben. Darauf geht Herr Buchta mit keinem Wort ein.
3. Zu den Konzessionen: gibt es ein Beispiel, dass in einer deutschen Großstadt der Nahverkehr wegen zu hoher Löhne inzwischen von ausländischen Betreibern durchgeführt wird, wie es in "14 Euro Grundlohn..." suggeriert wird?
4. Der Stundenlohn im 1. Berufsjahr ist laut ver.di 10,40 €. Was sagen Herr Gönner und die Ulmer Fraktionen dazu? Halten sie das für angemessen?

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