Kroatien im Fokus

Das Jahr 2012 stand in Ulm ganz im Zeichen des Jubiläums der Auswanderung der Donauschwaben - auch für das Donauschwäbische Zentralmuseum. In diesem Jahr steht dort Kroatien im Mittelpunkt.

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Dieses großformatige Acrylbild eines grünen Hausbootes im Belgrader Stadtteil Zemum Maja Vuikojes ist in der Ausstellung "Der Mensch. Der Fluss. Malerei der Donauländer" im Donauschwäbischen Zentralmuseum zu sehen. Foto: DZM

Mit dem Schwerpunktthema "Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712 - 2012" feierte Ulm 300 Jahre donauschwäbischer Auswanderung - mit einer großen Freiluft-Schau im Stadtgebiet, aber auch mit Ausstellungen und Aktionen im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM). Dieses Haus, das auch mehr als zehn Jahre nach seiner Einweihung für viele Ulmer immer noch ein Schattendasein fristet, konnte davon profitieren.

Mit seinen Veranstaltungen erreichte das Museum im vergangenen Jahr in Ulm 13 000 Besucher - 2011 waren es nur 9000 gewesen. Die 2012 auswärts gezeigten Ausstellungen verzeichneten in Deutschland 33 000 Besucher und im südosteuropäischen Ausland 67 000 Besucher. 2011 waren es in diesen Bereichen insgesamt knapp 60 000 Besucher. DZM-Leiter Christian Glass relativiert die Zahlen aber auch etwas: "Gerade bei den auswärtigen Ausstellungen kommt es doch stark darauf an, was wir zeigen."

Der Fokus des DZM liegt dieses Jahr auf Kroatien, das am 1. Juli als 28. Vollmitglied in die Europäische Union aufgenommen wird. Von April bis Juli werden in drei Veranstaltungen fünf kroatische Gegenwartsautoren vorgestellt, darunter auch der deutsch-kroatische Schriftsteller Ljudevit Bauer, dessen Werk sich mit der Geschichte der deutschsprachigen Minderheit in Kroatien auseinandersetzt. Eine politische Diskussion mit dem österreichischen Südosteuropa-Korrespondenten Norbert Mappes-Niediek, dem Historiker Carl Bethke und dem Ulmer Donauexperten Peter Langer gibt am 14. Mai Einblicke in Geschichte, Kultur und Gesellschaft Kroatiens. Außerdem hat das DZM in Kooperation mit kroatischen Museen die Ausstellung "Zwischen Adria und Donau. Kroatiens kulturelle Vielfalt" erarbeitet, die vom 26. April an gezeigt wird.

Die wohl attraktivste Ausstellung dürfte aber "Der Mensch. Der Fluss. Malerei der Donauländer" sein. Sie zeigt Arbeiten von jungen Künstlern aus den Donauländern. Die vergangenen 16 Monate war sie in diesen Ländern unterwegs. Vom 7. Juni an ist sie im DZM zu sehen. Und damit schließt sich ein Kreis: Denn zusammengestellt worden war die Schau im Sommer 2011 vom DZM im Auftrag der Landesregierung.

Die weiteren Ausstellungen 2013: "Die Gerufenen. Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa" beleuchtet vom 1. März bis 12. Mai 800 Jahre Migrationsgeschichte vom Baltikum bis zum Balkan. Am 19.Juli eröffnet "Zurückgelassen - Heimat als Erinnerung", eine Fotoausstellung der in Berlin lebenden gebürtigen Ulmerin Silke Schwarz über den Alltag in ehemals deutschen Dörfern in Serbien. Und vom 18. Oktober an zu sehen ist "Fromme und tüchtige Leute . . . Die deutschen Siedlungen in Bessarabien 1814-1940". Vor 200 Jahren begann eine kurze deutsche Migrationsgeschichte am Schwarzen Meer. Nach dem Sieg Russlands über die Osmanen 1812 rief Zar Alexander I. deutsche Siedler nach Bessarabien. Auf den Ulmer Schachteln erreichte von 1816 an der Großteil der Auswanderer aus Süddeutschland das Donaudelta.

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