Kritik an den Realgrund-Plänen

Der Förderkreis Bundesfestung fordert den freistehenden Erhalt der beiden ehemaligen Proviantmagazine auf dem Neu-Ulmer Weiss-Gelände. Die Realgrund will die historischen Gebäude dagegen überbauen.

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Im Oktober hatte die Ulmer Realgrund ihre Pläne auf dem Weiss-Gelände am Neu-Ulmer Jahnufer vorgestellt. Dort und auf dem Areal der Flussmeisterei sollen bis zum Frühjahr 2014 insgesamt 120 hochwertige Wohnungen entstehen, Verkaufspreis durchschnittlich 4000 Euro pro Quadratmeter. Jetzt regt sich im Förderkreis Bundesfestung Widerstand gegen diese Pläne: Die beiden ehemaligen Proviantmagazine sollen als Einzelbauwerke erhalten bleiben, fordert Michael Hartlieb, der zweite Vorsitzende des Vereins. Nach den Plänen des Ulmer Architekturbüros Mühlich, Fink und Partner werden die historischen Gebäude dagegen in die Neubebauung integriert, dennoch erkennbar bleiben.

Neu-Ulm sei arm an historischer Bausubstanz, argumentiert Hartlieb in einer Pressemitteilung, und deshalb müsse die Stadt damit auch sorgsam umgehen. Sorgsamer jedenfalls als beim Bau des Donaucenters, dem schon einige Festungsteile zum Opfer gefallen waren. "Im aktuellen Fall der Proviantmagazine droht sich der unsensible Umgang zu wiederholen", schreibt Hartlieb. Die angestrebte Überbauung höre sich harmlos an, "und sie ist architektonisch sicher auch gelungen", sagte er auf Anfrage. Aber: Dies könne nicht im Sinn des Denkmalschutzes sein, weil Form und Struktur der Magazine gänzlich verloren gingen. Das dürfe auf keinen Fall passieren. Auch gegen die beabsichtigte Versetzung der Einfriedungsmauer am Donauufer zur Verbreiterung des Fuß- und Radwegs spricht sich der Förderkreis aus: "Das läuft auf eine unnötige Zerstörung der Mauer hinaus."

Die Forderungen des Förderkreises: Die beiden Proviantmagazine sollen als Einzelbauwerke erhalten bleiben. Nur so könne die Stadt die letzten beiden Gebäude dieser Art retten und darstellen. Dem Investor Realgrund müsse die Stadt deswegen klare Vorgaben machen. Was wohl nicht der Fall sein wird. Denn: Bei der Vorstellung der Pläne im Oktober waren die Stadtverantwortlichen ausdrücklich voll des Lobs.

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