Krippenplätze für Kleinkinder: Auch auf die Schnelle gute Architektur

489 zusätzliche Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren hat die Stadt Ulm geschaffen. Die Investitionen für den Ausbau belaufen sich auf 20,7 Millionen Euro.

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Schneewittchen muss sich im Märchen so gefühlt haben angesichts der Reihe von Stühlchen und Tischchen. Im Nebenraum stehen kleine Betten. Doch es sind nicht sieben Stühlchen, Tischchen und Bettchen, sondern jeweils zehn. Das ist auch kein Märchen – sondern eine der neuen Ulmer Krippengruppen für Kinder unter drei Jahren (U3).

38 solcher Gruppen in 18 Einrichtungen hat die Stadt in ihrer U3-Ausbau-Offensive in gut einem Jahr auf den Weg gebracht. Außerdem haben 11 Einrichtungen ihre Kapazität erweitert – alles in allem macht das 489 zusätzliche Plätze. In Ulm stehen in diesem Kindergartenjahr 1018 Krippenplätze zur Verfügung, 109 Plätze in 9 Betriebs-Kitas und 229 Plätze bei Tagesmüttern. Damit erreicht Ulm für U3-Kinder eine Versorgungsquote von 43 Prozent.

Reicht das Angebot? „Wir hoffen es und werden bei Bedarf nachsteuern“, sagt Günther Scheffold, Leiter der Abteilung Kinderbetreuung.

Trotz der knappen Planungs- und Bauzeit hat die Stadt Wert auf eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Bauweise gelegt. Scheffold: „Im Wettbewerb wurde auch die Qualität der Architektur gewertet.“ Alle An- oder Neubauten haben Passivhaus-Standard. Bis auf die großen Sozialraum-Kitas am Eselsberg und am Lettenwald sind alle Gebäude Holz-System-Bauten: Die vorgefertigten Elemente wurden vor Ort zusammengefügt.

Der „beispiellose Kraftakt mit den vielen Parallel-Baustellen“ war laut Scheffold zu stemmen, weil es eine Art Baukasten-System gab: Alle zweigruppigen Kitas sind baugleich, die dreigruppigen Einrichtungen ebenfalls. Für jeweils fünf Baustellen waren Generalunternehmer verantwortlich: IBS aus Ulm (Ingenieurgesellschaft für Bauen, Erhalten, Sanieren) und Kaufmann Bausysteme aus Reuthe/Tirol.

Die gesamten Investitionen für den U3-Ausbau belaufen sich auf 20,7 Millionen Euro. Dazu kommen noch 528.000 Euro für die Einrichtung: Es wurden massive Holzmöbel angeschafft, Spielzeug und anderes. 6,3 Millionen Euro der Gesamtsumme schießt der Bund zu.

Zehn der neuen Krippen gehen jetzt in Betrieb, auch wenn die Außenanlagen zum Teil noch nicht fertig sind; drei folgen im Lauf des Herbsts. Scheffold: „Ich bin begeistert, wie toll die Umsetzung in der Kürze der Zeit geklappt hat.“ Großes Lob zollt er den Kollegen vom Gebäudemanagement um den Architekten Frieder Späth, die mit Planung, Erschließung, Bauüberwachung bis hin zur Schlussreinigung alle Hände voll zu tun hatten.

Ursprünglich waren die Ulmer von einer U3-Versorgungsquote von 35 Prozent ausgegangen, wie viele andere Kommunen. Doch dann zündeten zwei Dinge eine verstärkte Ausbau-Offensive: die Ergebnisse der Elternumfrage und die Angst vor Klagen wegen des Rechtsanspruchs auf einen U3-Betreuungsplatz, der jetzt gilt. Dazu kamen alle Kita-Träger mit ins Boot.

Scheffold: „Wir haben versucht, die Ergebnisse der Umfrage passgenau umzusetzen und differenzierte Angebote in allen Ortsteilen zu schaffen. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass wir damit den Bedarf in Ulm tatsächlich abdecken können – auch wenn wir trotzdem nicht jedem Elternwunsch in jeder Kita erfüllen können.“


Eine Kartenübersicht aller Krippen in Ulm und Neu-Ulm gibt es hier als pdf-Dokument.


Info: Das Familienbüro in der Platzgasse 24 hat die Übersicht über alle Kita-Plätze, Tel. (0731) 161 56 56. Infos auch auf der Stadt-Homepage. Der Tagesmütterverein hat die Telefonnummer (0731) 602 33 76.

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