Krippenbetreuung in Ulm: Erzieherinnen gesucht

U3-Ausbauoffensive heißt für Ulm nicht nur, dass Kinderkrippen gebaut werden. Sondern es wird dafür auch Personal gesucht: rund 100 zusätzliche Erzieherinnen. Die Stadt ist zuversichtlich, das hinzukriegen.

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Überall baut die Stadt Kindertagesstätten: In der zweiten Jahreshälfte werden in Ulm rund 40 neue Krippengruppen für Kinder unter drei Jahren (U3) in Betrieb genommen. Denn ab August hat jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Doch die Räume allein sind noch nicht alles - die Träger brauchen dazu das entsprechende Personal, das die Kinder betreut.

Die städtische Abteilung Kindertageseinrichtungen hat errechnet, dass rund 100 zusätzliche Erzieherinnen durch die U3-Ausbauoffensive eingestellt werden müssen. Ulm hat dazu eine Personaloffensive gestartet, um trägerübergreifend an das nötige Personal zu kommen. Einen Bericht darüber gab es jetzt im Jugendhilfe-Ausschuss des Stadtrats.

Zum einen schaltet die Verwaltung schon seit Monaten Stellenanzeigen. Nicht nur in der Zeitung, sondern auch im Internet und in sozialen Netzwerken. "80 Prozent der Bewerbungen, die bei uns eingehen, beziehen sich auf die Internet-Werbung", berichtete Elisabeth Sailer-Glaser dem Gremium.

Doch die Stellenanzeigen allein reichen nicht aus, denn es gibt nicht genügend Fachkräfte. Also gehen die Verantwortlichen auch schon länger in die Werbung für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers. Zum Beispiel auf der Bildungsmesse hat die Stadt Ulm massiv die Werbetrommel für eine Ausbildung im Kita-Bereich gerührt.

Auch auf der politischen Ebene tut sich einiges: Beispielsweise sind in den vergangenen drei Jahren 900 zusätzliche Ausbildungsplätze an den Fachschulen für Sozialpädagogik im Land entstanden. Und es gibt neue Ausbildungsmodelle wie PIA - die Abkürzung steht für praxisorientierte Ausbildung, die an 26 Modellstandorten erprobt wird, unter anderem in Ulm mit 20 Plätzen (wir berichteten). Das Besondere an PIA: Die Auszubildenden arbeiten von Anfang an in den Kitas (im ersten und zweiten Jahr haben sie drei Tage Schule/zwei Tage Praxis pro Woche, im dritten Jahr drei Tage Praxis/zwei Tage Schule).

Wie Elisabeth Sailer-Glaser sagte, verzichtet Ulm darauf, die PIA-Leute als Fachkräfte im Stellenschlüssel anzurechnen. Rechtlich sei das möglich (als 0,4-Stelle) und andere Kommunen würden das auch tun. "Wir machen das nicht, weil die Schüler selbst einen hohen Anleitungsbedarf haben." Damit zeigten sich auch alle Gremiumsmitglieder einverstanden.

Auf Nachfrage sagte Sailer-Glaser weiter, dass die neu eingestellten Mitarbeiter unbefristete Verträge bekommen und zwischenzeitlich auch alle bislang befristeten Arbeitsverträge in unbefristete umgewandelt worden seien. Sozialbürgermeisterin Iris Mann sieht die Stadt bezüglich der Personalsituation in den Kitas auf einem guten Weg: "Wir gehen davon aus, alle Kitas im September eröffnen zu können."

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