Vernissage: „Welt der Spiele“

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Erfolgreich in der Welt der Spiele: Der Illertisser Reiner Knizia gestern bei der Vernissage.  Foto: 

 Weihnachtszeit ist Spielezeit: Dass hinter der Welt der Spiele eine große Industrie steht, erzählte Reiner Knizia, erfolgreichster Spieleerfinder weltweit, auf der Vernissage in der Sparkasse. „Spiele sind ein Spiegel unserer Zeit“. Und Knizia muss es wissen, denn er ist in der Spiele-Branche nicht irgendwer: Der promovierte Mathematiker, der auch schon für eine Großbank den IT-Bereich geleitet hat, ist der erfolgreichste Spieleentwickler überhaupt.

Ob „Der Herr der Ringe“, „Keltis“, „King Arthur“ oder „Wer war’s?“ – über 600 Spiele hat der gebürtige Illertisser bereits entworfen, darunter 2008 mit „Keltis“ das Spiel des Jahres. Die Weihnachtsausstellung in der Sparkasse „Welt der Spiele“ die noch bis zum 7. Januar zu sehen ist, stellt eine kleine Auswahl seiner Erfindungen vor.

Zur Vernissage war der ehemalige Ulmer Student persönlich aus Windsor (England) angereist, wo seine Games-Firma ihren Hauptsitz hat. Die Welt der Spiele, in die der 59-Jährige mit seiner Fliege in Zauberwürfel-Optik einführte, ist mittlerweile ein Markt, der größer ist als die Film- und Buchindustrie.

Die Geschichte der Brettspiele gehe rund 7000 Jahre zurück, sagte Knizia und schon damals hätten sie die Gesellschaft widergespiegelt: römische Würfel aus Knochen, schöne Spielbretter aus Mesopotamien und die ersten Spielkarten aus China, dem Land, dass das Papier erfunden hat. „Alle Möglichkeiten greift unsere Kreativität auf“, meinte er, ob Papier oder das Handy. Denn mittlerweile, sagte der Erfinder, der mit „Wer war’s?“ das erste elektronische Kinderspiel auf den Markt brachte, mache die Spieleindustrie einen geschätzten weltweiten Umsatz von 100.000 Millionen Euro. 80 Prozent davon mit elektronischen Spielen. Allein Google oder Apple hätten bereits über zwei Millionen Apps entwickelt. Auch im Hybrid-Spiele-Bereich, also jenem, wo Brettspiele auf Elektronik und Apps treffen, ist er mittlerweile federführend. Mit dem Dice+ führt Knizia das Brettspiel in das digitale Zeitalter. Es handelt sich dabei um einen Bluetooth-fähigen Würfel, der mit Android- und iOS-Geräten kompatibel ist. Im Prinzip hätte mittlerweile so gut wie jede Werbeaktion einen Spielecharakter, sagte der Mathematiker und führte als Beispiel Bonusmeilen an.

„Die Ideen gehen uns jedenfalls nicht aus“, sagte er, allerdings sei lediglich die Idee bei der Entwicklung eines Spiels der Teil des Prozesses, der Spaß mache. „Alles andere ist harte Arbeit.“ Und obwohl dies ein langwieriger Prozess von der Idee, über das Konzept, hin zum Prototypen, Master und Lizenzen sei, handele es sich nicht um eine Wissenschaft. „Es ist eine Kunst“, meinte der Wissenschaftler. Welches sein Lieblingsspiel ist,  könne er aber nicht sagen: „Man hat ja bei mehreren Kindern auch kein Lieblingskind.“

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