KOMMENTARBAHNPLANUNG In der Bringschuld

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Keine andere Region hat sich in der Auseinandersetzung um Stuttgart 21 und die Neubaustrecke derart ins Zeug gelegt wie die hiesige. Nirgendwo fielen beim Volksentscheid die Ergebnisse zu Gunsten der Bahn-Milliardenprojekte eindeutiger aus als hier. Allein schon deswegen ist die Bahn dieser Region gegenüber in der Bringschuld. Jawohl, auch aus moralischer Sicht.

Es ist ein Hin und Herr um Verantwortlichkeiten im Regionalverkehr wie auf einem Verschiebebahnhof. Die Konfusion ist gemündet in einen handfesten Konflikt um den Bahnsteig 5, für den sich die Bahn so lange nicht zuständig fühlt, so lange nicht geklärt ist, wer den Regionalverkehr ab 2020 abwickelt. Mit diesem Taktieren spielt die Bahn den S-21-Kritikern in die Karten, die nicht müde werden zu behaupten, wegen der Milliardenvorhaben fehle das Geld für den Ausbau regionaler Schienen. Das zeigt, dass der Konzern Bahn seine Lektionen aus S 21 nicht gelernt hat. Politisches Gespür? Fehlanzeige.

Die Bahn sollte ihre Haltung korrigieren. Drehscheibe des regionalen Schienenverkehrs bleibt der Hauptbahnhof, wie immer er auch umgestaltet wird. Wenn dort der bisher diesem Zweck dienende Bayerische Bahnhof wegfällt, braucht es einen neuen Bahnsteig – eben den mit der Nummer 5, der jetzt geplant gehört. Zumindest gehört er planerisch so vorgehalten, dass er – wie jetzt gefordert – am Tag X ohne Umstände und Umbauten realisiert werden kann. 

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Kommentare

15.08.2012 10:42 Uhr

@KüpperHansKönig:

da muß ich Ihnen ausnahmsweise mal Recht geben - es ging vor allem darum, ein Immobilienprojekt auf Kosten der Steuerzahler durchzuziehen.

"(...) Macht euch die Konkurrenz zwischen den Metropolen zunutze. Sie fördert den Gigantismus und eure Projekte. Bearbeitet das politische Terrain, schmeichelt der Megalomanie der Abgeordneten, die alle von einem eigenen Eiffelturm in ihrer Stadt träumen. Wenn ihr deren Vertrauen erst einmal gewonnen habt, werden sie Druck auf die Abgeordneten der Kommunen ausüben, die alles finanzieren müssen, auch wenn der Nutzen für deren Wahlkreis nur auf dem Papier existiert. Damit die Einwände gar nicht erst zum Zuge kommen können, müsst ihr unbedingt Arbeitsplätze versprechen. Das zieht immer. Wenn der Bau vollendet ist und man euch vorwirft, dass ihr eure Zusagen nicht eingehalten habt, ... Im Zweifel ist die Krise schuld!

weiterlesen unter http://www.monde-diplomatique.de/pm/2012/08/10/a0052.text

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18.06.2012 08:55 Uhr

Die DB dünnt nicht aus, sondern liefert das, was vom Land

bestellt wird. Allenfalls kann also das Land Nah- / Regionalverkehr ausdünnen.

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13.06.2012 15:16 Uhr

Verbesserung

....gut, dann schreibe ich "die Bahnkunden". Den Autofahrern ist die Sache im Moment noch egal. Wenn dann der Benzinpreis mal bei 2 Euro liegt, wünscht sich vielleicht der eine oder andere einen zukunftsfähigen ÖPNV. Die große Chance ist aber leider vertan. Wer nämlich das Pech hat nicht direkt neben einem ICE Bahnhof zu wohnen, dem nützt die NBS leider nichts. Alle anderen dürfen sich auf den ICE Zuschlag freuen und hoffen dass die DB ihren Fahrplan nicht noch weiter ausdünnt. Doch die, die ganz dringend zum Flieger müssen, werden merken, dass sie die Zeitersparnis auf dem Flughafen wieder absitzen weil die Taktung nicht stimmt. Schöne neue Welt...

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13.06.2012 14:43 Uhr

Herr Renz, schreiben Sie doch bitte nicht "die Menschen", wenn

Sie von eine Minderheit im Promillebereich meinen. Mit der NBS bekommen die Ulmer ja nun eine recht ordentliche "Gegenleistung".

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13.06.2012 14:39 Uhr

Peters: Auch wenn Sie es bisher nicht kapiert haben: Es ging noch

nie nur um die Tieferlegung des Bahnhofs.

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13.06.2012 14:12 Uhr

Auf dem Lande.....

Drunten in der Stadt, also in Stuttgart, haben die Menschen ihre Erfahrung mit der Bahn in ein leicht zu merkendes Wort, das sich auch noch gut laut ausrufen läßt, zusammengefasst. Es beginnt mit "Lügen...."
Guten Morgen Ulm, guten Morgen SWP. In der Konzernzentrale ist man dankbar für hilfreiche Pressearbeit - aber das war es dann auch schon. Echte Gegenleistungen sollte man dafür nicht erwarten. Ausgeschlafene Journalisten leider auch nicht. Und schon gar nicht solte man sich der Illusion hingeben, daß ein Konzern, der den Aufstieg in die Internationale Logistik im Blick hat, sich für poppelige Provinzbahnsteige interessiert. Das ist für die DB genauso wichtig wie funktionierende Aufzüge, benutzbare Toiletten oder Mitarbeiter hinter dem Bahnschalter. Dazu können die Herren im DB Tower höchstens freundlich grinsen. Wir sollten sie daran erinnern, daß "ihr" Unternehmen "uns" also den Bürgern gehört. Das ist es um was es im Kern beim "S 21" Protest geht - nur mal so zur Info.

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13.06.2012 13:29 Uhr

@ Küpper: auch wenn Sie es bis heute nicht begriffen haben,

bei der Volksabstimmung ging es nur und ausschließlich um die Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofs - die Neubaustrecke stand nie zur Debatte!

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13.06.2012 11:58 Uhr

Es ist doch wohl völlig normal, dass die DB zunächst eine

Klärung wünscht, wer den Regionalverkehr ab 2020 realisiert, bevor sie in diesen investiert.
Planungsleistungen gibt es da auch nicht umsonst und es wird wohl auch keiner eine verbindliche Kostenerstattung zusagen wollen, falls die Vergabe an einen anderen Anbieter erfolgen sollte.

Dass die Region sich insbesondere für die Neubaustrecke aussprach hat damit wohl eher nichts zu tun, diese bekommen sie ja auch.

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13.06.2012 11:09 Uhr

Es ist schon peinlich ...

... dass etliche Leute erst nach der Volksabstimmung merken, dass sie von Bahn und Befürworter-Parteien zum Narren gehalten wurden. Einem "Journalisten" sollte es allerdings besonders peinlich sein.

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13.06.2012 11:01 Uhr

Jawohl, auch Sie Herr HUT ...

die Sie und die SWP sich derart ins Zeug gelegt haben, um der Bahn die Zerstörung und den Rückbau des Stuttgarter Bahnknotens zu ermöglichen und damit viele notwendige Bahnprojekte unmöglich gemacht haben, ... auch Sie haben eine Bringschuld! Jawohl, auch aus moralischer Sicht!

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