Kommentar: Vor der eigenen Haustür kehren

Es ist wie so oft im Leben: Am Ende ist der Bürger, der Verbraucher, der Konsument selber schuld. So auch bei der Diskussion um die Papiercontainer in Ulm. Ein Kommentar von Hans-Uli Thierer.

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Der Bürger beklagt, um ein Beispiel zu nennen, den Qualitätsverlust bei Lebensmitteln, zu dem er aber auf seiner dauerhaften Jagd nach billig, billiger, am billigsten selber maßgeblich beiträgt. Er schimpft über Raser im Wohngebiet und Tempo-30-Zone und verkennt, dass er selber einer von ihnen ist. Jedenfalls belegen Erfahrungen der Polizei, dass es sich bei einem Großteil solcher Verkehrssünder um Anlieger handelt.

Aktuell werden viele Ulmer Innenstädter sich darüber aufregen, dass die letzten Papiercontainer verschwinden. Dieser Akt der städtischen Entsorgungsbetriebe ist ja nun wahrlich alles anderes als bürgerfreundlich. Viele City-Bewohner sind nicht in der profitlichen Lage, in ihrer Wohnung über einen großen Keller oder Abstellraum zu verfügen, wo sie Altpapier monatelang stapeln können, um es dann über die Vereinssammlungen loszuwerden. Geschweige denn, dass sie Platz hätten für eine blaue Papiertonne.

Wer freilich genau hinsieht, stellt fest: Auch in diesem Fall gilt, dass jeder erst vor seiner eigenen Haustür kehren sollte. Jenseits nächtlichen Rabaukentums ist der Containerstandort in der Rosengasse ein Ort geworden, an dem der Innenstädter billig und rücksichtslos nicht nur Flaschen und Papier loswerden konnte, sondern auch Abfälle und Hausmüll. So verwahrloste der kleine Recycling-Platz zur unappetitlichen Müllkippe.

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