KOMMENTAR: Notwendiger Schlussstrich an der Uni-Klinik

Wie groß die Unzufriedenheit mit dem Leitenden Ärztlichen Direktor des Uni-Klinikums und das Misstrauen gegenüber ihm gewesen sein müssen, zeigt eine Zahl mehr als deutlich: Drei (!) Monate vor seinem von ihm avisierten Ruhestand geht Prof. Reinhard Marre - ob freiwillig oder nicht, spielt letztlich keine Rolle. Ein Kommentar von Rudi Kübler.

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Hauptsache, er ist weg, werden viele sagen. Bei Pflegekräften und Ärztlichen Direktoren, bei Klinikseelsorgern und Personalräten dürfte sich das Mitleid mit ihm insofern sehr in Grenzen halten.

Mit diesem Abgang - dem zweiten innerhalb von zwei Monaten - ist ein Schlussstrich unter diese Ära gezogen worden, die zu den glänzendsten in der kurzen Geschichte des Uni-Klinikums hätte zählen können. Hätte. Immerhin haben Marre und der Ende April ausgeschiedene Kaufmännische Direktor Rainer Schoppik den Bau der neuen Chirurgie ermöglicht. Doch zu welchem Preis?

Die beiden haben das Klinikum mit diesem Bau und weiteren Neubauten in eine finanziell prekäre Situation gebracht, die fast bis zur Zahlungsunfähigkeit reichte. Sparmaßnahmen verfingen nicht - im Gegenteil. Sie führten dazu, dass die kritische Grenze auf den Stationen unterschritten wurde und die Mitarbeiter sowohl physisch als auch psychisch am Ende waren.

Kritik ob der Zustände im Klinikum glitt an ihm ab. Marre agierte abgehoben, die Nöte der Mitarbeiter interessierten ihn nicht. Dass jetzt der Weg frei ist für einen Neuanfang, ist gut.

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