Kommentar: Noerenberg schrammt knapp an Debakel vorbei

Gerold Noerenberg hat die OB-Wahl gewonnen, er ist aber nur knapp am Debakel vorbeigeschrammt. Ein überzeugender Vertrauensbeweis sieht anders aus. Ein Kommentar von Chirin Kolb.

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Von einem glänzenden Sieg kann bei einem Vorsprung von gerade mal 100 Stimmen keine Rede sein. Natürlich, es geht noch knapper: Beate Merk wurde mit ganzen drei Stimmen Vorsprung vor Gerhard Hölzel Oberbürgermeisterin.

Dennoch: Für einen Amtsinhaber sind 50,3 Prozent kein Ruhmesblatt. Ein überzeugender Vertrauensbeweis sieht anders aus. Noch dazu, da der Herausforderer Dr. Detlef Kröger ein politischer Neuling war, den in Neu-Ulm vor kurzem kaum jemand kannte. Die Strategie seiner Unterstützer aus SPD, Grünen, FWG und FDP ist jedenfalls ums Haar aufgegangen: Noerenberg wurde beinahe abgelöst. Er und die CSU tun gut daran, die Gründe dafür zu analysieren – ehrlich und selbstkritisch.

Die nächsten sechs Jahre dürften spannend werden im Stadtrat. Die Hausmacht des OB ist geschrumpft, die CSU hat zwei Sitze verloren und ist weit von der absoluten Mehrheit entfernt. Noerenberg wird bei jeder Entscheidung auf die anderen Fraktionen angewiesen sein. Er muss auf sie zugehen, vermitteln, Kompromisse finden – in den zurückliegenden Legislaturperioden nicht gerade seine stärkste Seite. Zudem hat der zuletzt doch mit harten Bandagen geführte Wahlkampf Verletzungen hinterlassen. Und nach dem so knappen Ergebnis ist das Kröger-Lager bitter enttäuscht.

Die größte Enttäuschung muss aber für alle die Wahlbeteiligung sein. Die rekordverdächtig niedrigen 38 Prozent vom 16. März wurden nochmals unterboten. Zwei Drittel der Wahlberechtigten interessiert nicht, wer die Geschicke der Stadt lenkt.

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