KOMMENTAR: Der Preis der Veränderung

Auch wenn die Stadterneuerung am Sedelhof in private Hand gelegt wurde, gibt sie es für die öffentliche Hand nicht zum Nulltarif. Ein Kommentar unseres Lokalchefs Hans-Uli Thierer

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Öffentlich-private Partnerschaft ist heute das Zauberwort, um städtebauliche Entwicklungen voranzubringen. Vor allem dort, wo - wie am Sedelhof die des Handels - ökonomische Interessen eines der Hauptmotive der Stadterneuerung sind. (Der zweite Grund ist dort gewiss, ein heruntergekommenes Quartier aufzumöbeln.)

Wer freilich glaubt, eine solche in die private Hand gelegte Stadterneuerung - am Sedelhof in die der MAB Development Deutschland - gebe es für die öffentliche Hand zum Nulltarif, der sieht sich nicht nur in diesem Fall getäuscht. Noch bei jedem Projekt dieser Art existierten in Ulm bisher Begleitumstände, die auch den Einsatz städtischer Mittel erforderlich machten.

Ein Fall, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss, liegt jetzt vor: Die Stadt stellt der größten Imbisskette der Welt ein Restaurant-Provisorium hin, damit während einer Übergangszeit weiter Hamburger gebraten werden können, und im Anschluss gleicht sie zehn Jahre lang die künftig höhere Mietpreisdifferenz aus.

Damit kein falscher Zungenschlag entsteht: Das ist alles Recht und in Ordnung. Verträge sind nun Verträge, eine Stadt kann sie nicht einfach beugen. Es ist der Preis für notwendige Veränderung an dieser Stelle. Gleichzeitig lehrt das Beispiel aber, dass es hinter den Kulissen um knallharte Interessen geht. Die Geschäftswelt, auch die Ulmer, ist sich selber näher als der Idee vom schöneren Stadtbild.

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