Kommentar: Bankfilialen sterben aus - Arme neue Welt

Bankfilialen und Sparkassen werden immer weniger. Davon profitieren Aktionäre, nicht die Kunden. <i>Ein Kommentar von Edwin Ruschitzka.</i>

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Mag sein, dass alle Banken und Sparkassen vor ähnlichen Problemen stehen, also gezwungen sind, Gebühren zu erhöhen, Filialen zu schließen und Personal abbauen zu müssen, um wettbewerbsfähig zu sein. Beide Sparkassen betonen, dass dies nichts mit der Fusion zu tun hat.

Auffällig ist aber: Beide haben sich, was die Zahl ihrer Filialen betrifft, auf das fast gleiche Niveau begeben: 18 Filialen in Neu-Ulm, 17 in Günzburg. Das sicher auch deshalb, weil man weiter auf Augenhöhe unter der Prämisse vergleichbarer Standards verhandeln will. Diese sollen in spätestens sechs Wochen vorliegen. Dann ist die Politik gefragt, die der Hochzeit zustimmen muss. Noch vor dem 1. Januar könnte das Brautpaar dann vor den Traualter treten.

Das alles wird die Menschen, die von der Schließung betroffen sind, nur am Rande interessieren. Sie verlieren den Service vor Ort, den Kontakt, zuweilen auch das liebgewonnene Gespräch mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, was vor allem für ältere Kunden gilt. Automaten ersetzen das nicht.

Das aber spielt in der von Zahlen dominierten Wirtschaftswelt keine Rolle. Das mag man beklagen, kann es aber nicht ändern. Zur Ehrlichkeit gehört auch, dass das Online-Banking immer stärker um sich greift, gerade bei Jüngeren. Mit den Bankfilialen wird es bald so sein wie mit den Telefonhäuschen. Sie werden angesichts der Handy-Flut nicht mehr gebraucht. Irgendwann folgen Geldscheine und Münzen. Arme neue Welt!

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