Kommentar zu Stadtwerken Ulm und Neu-Ulm: Rückkehr zur Vernunft

Zumindest erkennbar ist der Wille, in der Energiepolitik und auf dem Strommarkt wieder stärker auf einen Kurs der Vernunft zu setzen, ohne die Energiewende dadurch zu gefährden.

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Viele Oberbürgermeister studieren derzeit genau den von Schwarz-Rot in Berlin ausgehandelten Koalitionsvertrag, über den und damit eine große Koalition gerade die SPD-Mitglieder befinden. Denn bei aller Kritik, die viele Details dieser Parteienvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD verdienen, enthält sie doch auch richtige Reaktionen auf falsche Entwicklungen, unter denen viele große Städte mit eigenen Energieversorgungsunternehmen leiden.

Zumindest erkennbar ist der Wille, in der Energiepolitik und auf dem Strommarkt wieder stärker auf einen Kurs der Vernunft zu setzen, ohne die Energiewende dadurch zu gefährden. Es ist ja in der Tat ein Treppenwitz: Die aktuellen Marktgegebenheiten haben in der Konsequenz unter anderem dazu geführt, dass mit alten, abgeschriebenen Braunkohle-Dreckschleudern Geld verdient wird. Hingegen gehen hochmodern gefilterte Gasturbinen-Kraftwerke wie jenes mit SWU-Beteiligung in Hamm-Uentrop, aus deren Schloten Abgase entweichen, die beinahe Weihwasserqualität aufweisen, erst gar nicht ans Netz oder sind verdammt, rote Zahlen zu produzieren.

Werden sich die vor der Energiewende als weitsichtig gepriesenen SWU-Investitionen am Ende also doch noch lohnen? Zwar steht die finale Antwort aus. Aussichten bestehen immerhin - sehr zur Entspannung nicht nur Ivo Gönners und Gerold Noerenbergs, sondern vieler deutscher Oberbürgermeister.

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Kommentare

13.12.2013 21:24 Uhr

Unglaublich

Weihwasserqualität?

Wahnsinn!

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13.12.2013 10:19 Uhr

Die Südwestpresse und die SWU

Herr Thierer, es ist schon klar, dass die SWU einer Ihrer größten Werbekunden ist.
Ist ein solcher Kommentar aber wirklich notwendig?
Kriegen Sie nicht wenigstensab und zu körperliche Beschwerden wie Magengrimmen beim Schreiben solcher Zeilen (und ihres heutigen Artikels "Ulm und Neu-Ulm müssen Stadtwerken erneut mit Finanzspritze helfen")?
Oder haben Sie vielleicht einen Chef, der vor allem den wirtschaftlichen Erfolg seiner Zeitung im Auge hat und das auch in geeigneter Form seinen Untergebenen nahebringt?
Ziat:"Aussichten bestehen immerhin - sehr zur "Entspannung nicht nur Ivo Gönners und Gerold Noerenbergs, sondern vieler deutscher Oberbürgermeister."
Außer anscheinend Ihnen und den lokalen politisch Verantwortlichen werden Sie kaum Bürger finden, die angesichts des SWU-Finanzdesasters, das durch weitere geplante Pleiteprojekte wie das PSW-Blautal und das GuD Leipheim noch schlimmer werden wird, auch nur so etwas ähnliches wie "Entspannung" empfinden werden.

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