Kommentar zu Matthias Hambücher: Ein Besonderer geht

Matthias Hambücher verlässt die Stadt. In ihm verliert Ulm einen besonderen Kirchenmann. <i>Meint Hans-Uli Thierer im Kommentar.</i>

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Matthias Hambücher geht. In ihm verliert Ulm einen besonderen Kirchenmann. Das meint nicht das kahlgeschorere Haupt, mit dem Hambücher vor einigen Jahren als Dekan  für einiges Aufsehen sorgte. Wie eben solche Äußerlichkeiten immer noch Gesprächsstoff liefern in unserer so aufgeklärten Gesellschaft.

Die gepflegte Glatze ist nicht nur Hambüchers Markenzeichen geworden. Sie stand auch für die eine Seite dieses Pfarrers, seine extrovertierte. Hambücher scheut sich nicht, seine Haltung in aktuellen gesellschaftlichen Fragen deutlich zu machen. Nicht immer zum größten Vergnügen der Amtskirche und der Kirchenoberen, aber immer getragen von christlichen Motiven und Argumenten. Daneben gibt es den sehr introvertierten Hambücher, der im Dekanat in der Wengenkirche Gestrandeten Hilfe anbot, Kirchenasyl im besten Sinne – und ganz im Sinne seines verstorbenen Vorgängers Monsignore Josef Kaupp.

Kaupp hat in Ulm den ökumenischen Gedanken verfolgt und vorgelebt wie kaum ein anderer in seiner Zeit. Hambücher hat diese Ökumene als erster Dekan der vor Jahren zusammengeführten Dekanate Ehingen und Ulm fortgeführt. In der logischen Konsequenz des gesellschaftlichen Wandels ist eine ge- und  beachtete interreligiöse Bewegung daraus geworden. Logisch der Abschieds-Gottesdienst für den verdienten Matthias Hambücher gestern Abend: multi-religiös.

 

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