Kommentar Handel: Kleinkariertes Streiten nützt nicht

Der Handel ist allzeit dem Wandel unterworfen, doch derzeit sind es tiefgreifende Veränderungen. Vor diesem Hintergrund erscheint der Streit um die Sedelhöfe kleinkariert. Also: Macht endlich voran. Ein Kommentar von Hans-Uli Thierer

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Der Handel war, ist und bleibt allzeit dem Wandel unterworfen. Womöglich aber erleben wir derzeit die tiefgreifendsten Veränderungen, die die Handelslandschaft weit tiefer durchpflügt als es der Bauer mit seinem Acker im Herbst tut. Der klassische stationäre Einzelhandel verliert massiv an Boden und Bedeutung, die modernen Kommunikationsmedien befördern nicht weniger intensiv neue Formen des Einkaufens. Die Tage des Kaufhauses scheinen gezählt.

Wenn es stimmt, dass Überlebenschancen nur noch jene Einzelhandelsplätze haben, die es schaffen, das Shoppen zu verbinden mit einem Erlebnis, mit Kunst, Kultur, Kulinarik, Unterhaltung, dann erscheint der Streit, der zwischen Teilen des City-Handels und der Stadtverwaltung wegen der Sedelhöfe tobt, nur um so kleinkarierter. Längst herrscht der Eindruck vor, es werde nicht um die beste, noch mögliche Lösung des Zugangs vom Bahnhof her gerungen, sondern nur noch darum, Recht zu behalten.

Klar ist doch: Die Sedelhöfe erfüllen - zumindest auf dem Papier und den Plänen - die Ansprüche des Erlebnisshoppings, denen die beiden Haupteinkaufsmeilen Bahnhof- und Hirschstraße schon lange nicht mehr gerecht werden. Sie sind abgewirtschaftet und unwirtlich, sowohl von der Stadtpolitik als auch vom Handel selber in ihrer Erscheinung sträflich vernachlässigt. Auch auf diesem Feld könnten die Sedelhöfe stilbildend wirken. Deshalb: Macht endlich voran.

Beispiel Sedelhöfe: "Geiz ist geil" schadet, Handel als Erlebniswelt

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