KOMMENTAR · WISSENSCHAFTSSTADT: Ulmer Modell bewährt sich

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Nach den schlechten Nachrichten der jüngsten Vergangenheit mit Stellenabbau bei Iveco, Evobus, Nokia, Centrotherm und Schlecker konnte Ulm etwas Aufmunterung - und vor allem: neue Arbeitsplätze - dringend gebrauchen. Nun geben tatsächlich deutsche Top-Unternehmen alle paar Tage ihre Ansiedlungspläne im Umfeld der Wissenschaftsstadt bekannt.

Den Anfang machte im Sommer der Autozulieferer Conti. Außerdem geht BMW mit Auto-Software diesen Monat an den Start. Im November stößt Audi ebenfalls mit Car-Infotainment hinzu. Da sind dann mit dem Daimler-Forschungszentrum alle großen süddeutschen Player beisammen - was für ein Riesenerfolg und Renommee für den Standort Ulm.

Die Mischung von Hochschulen, Forschungsinstituten und innovativen Unternehmen erzeugt offenbar wirklich die Anziehungskraft, die sich die Gründer der Wissenschaftsstadt in den achtziger Jahren im Zeichen des Strukturwandels versprochen hatten.

Dabei ist bemerkenswert, dass die Wissenschaftsstadt auch Rückschläge wie die Schließung des Nokia-Standorts wegstecken kann. So, wie die Zeichen stehen, dürften die meisten Nokia-Mitarbeiter unterkommen - und zwar in der heimischen Autoindustrie, die nicht wie der finnische Handyhersteller unter Druck steht, sondern weltweit begehrte Produkte herstellt. Vielleicht sind auch künftig Rückschläge nicht auszuschließen, aber das Ulmer Modell als solches bewährt sich.

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Kommentare

02.10.2012 20:39 Uhr

Nonstop Nonsens?

Orientierten sich die in Ulm nicht allein universitär betriebenen Naturwissenschaften an der Vorgabe eines von Menschenhand entwickelten Modells und nicht, wie ihnen von der Modernität einer arbeitsteiligen Gesellschaft geboten, an den stets vorausgehend von der Sozialwissenschaft erhobenen Befunden, ginge ausnahmslos jedes von gleich wem unterhaltene Forschungsinstitut in die Irre und wäre unwiederbringlich verloren. Insofern ergibt es keinen Sinn, den Satz "aber das Ulmer Modell bewährt sich" zu formulieren.

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