KOMMENTAR · SEDELHÖFE: Öffentliches Unwohlsein

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Baubürgermeister Alexander Wetzig hatte das gestern geschickt einfädeln wollen. Wohl wissend, dass es starke Proteste in Detailfragen zu den Sedelhöfen gibt, hat er das Projekt erst einmal in einen gesamtglobalentwicklungspolitischen Zusammenhang gestellt und damit versucht, die Kritik ins Leere laufen zu lassen. Hat aber nicht verfangen. Die Stadträte artikulierten mehrheitlich ihr Unbehagen in den Fragen des Zugangs und der Andienung für den bestehenden Einzelhandel in der Bahnhofstraße.

Das extreme Misstrauen, nichtöffentlich von starken Interessengruppen außerhalb des Rathauses geschürt, ist gar nicht gut fürs Gesamtprojekt des neuen Einkaufsquartiers, das am Ende doch den Einkaufsstandort City insgesamt stärken soll. Es ist aber der Konstruktion geschuldet, dass dieses Quartier von einem privaten Investor gebaut wird, mit allen Fallstricken für künftige öffentliche Interessen. Dass dieser Investor durch seine eigene unsichere Zukunft gerade erst die ganze Stadt in Unsicherheit gestürzt hat, tut dabei sein Übriges.

Wetzig ließ sich auf keine Diskussion ein und hatte für den Zeitpunkt des Verfahrens damit recht. Es geht jetzt los, die Detailfragen öffentlich - er sagt: "raus aus der Hinterstube" - zu erörtern. Elementar dabei ist die enge Verzahnung mit dem Investor, die dieser selbst vergangene Woche in Ulm hervorgehoben hat. Doch auch die Stadtverwaltung wird ihre Einsilbigkeit aufgeben müssen. Sonst bleibt der Argwohn.

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