KOMMENTAR · KORAN: Unverantwortlich

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Hinterher ist man immer klüger. Dabei wäre es schlau gewesen, vorher nachzudenken, und die möglichen Folgen des Geschäfts zu bedenken. Wenn die Abläufe in dem umstrittenen Koran-Deal wirklich so gelaufen sind, wie sie jetzt offiziell dargestellt werden, dann war es mehr als ungeschickt von dem Geschäftsführer, der sich damit letztlich selbst den Stuhl vor die Tür gesetzt hat.

Dabei hatte der Manager zunächst alles richtig gemacht. Er hat auf die Ausschreibung ein Angebot eingereicht und nach dem Zuschlag den Verfassungsschutz um eine Bewertung der zu druckenden Texte gebeten. Nachdem der nichts Verbotenes gefunden hatte, gab es auch keinen Grund, den Auftrag auszuschlagen.

Insofern war dem Manager bis dahin nichts vorzuwerfen. Zweifelhaft an seinem Verhalten ist aber, sich der öffentlichen Empörung zu beugen, als die wahren Hintergründe der Salafisten bekannt wurden, wenige Wochen später dann aber weiterzumachen, als wäre nichts geschehen. Das ist unternehmerisch und menschlich dreist - um es zurückhaltend auszudrücken.

Damit hat sich der Ulmer Geschäftsführer selbst geschadet. Er hat aber vor allem die Druckerei als Ganzes in ein schlechtes Licht gestellt, was angesichts der vielen daran hängenden Arbeitsplätze in der unter Druck stehenden Druckbranche noch viel bedeutender ist, als seine persönliche Karriere. Ein unverantwortliches Vorgehen.

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