Kommentar · Jahrestage: Nicht bloß erinnern

Da kommt was auf uns zu: Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren, Zerstörung Ulms vor 70 Jahren, Inkrafttreten des Grundgesetzes vor 65 Jahren, Fall der Mauer vor 25 Jahren - an all das will 2014 erinnert sein. Auch in Ulm und Neu-Ulm.

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Da kommt was auf uns zu: Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren, Zerstörung Ulms vor 70 Jahren, Inkrafttreten des Grundgesetzes vor 65 Jahren, Fall der Mauer vor 25 Jahren - an all das will 2014 erinnert sein. Auch in Ulm und Neu-Ulm. Mit der bloßen Rückschau darf es nicht getan sein. All diese Ereignisse haben Bedeutung für unser heutiges Leben und sind, wie es OB Ivo Gönner beim Neujahrsempfang formulierte, Mahnung für die Zukunft.

Demokratie, Wohlstand und stabile politische Verhältnisse sind nicht selbstverständlich. Jeder Einzelne kann sich dafür einsetzen: indem er zum Wählen geht zum Beispiel, oder indem er in seinem Umfeld achtsam bleibt.

Gelegenheiten, sich für Demokratie und Menschlichkeit einzusetzen, bieten sich immer. Aktuell etwa in der Diskussion um die Freizügigkeit der Rumänen und Bulgaren, von der manche einen Strom von Armutszuwanderern befürchten. In dieser Debatte sind gerade auch Ulm und Neu-Ulm gefordert, die sich mit der Donaustrategie gern als "Kern einer zentraleuropäischen Verbindungsachse zwischen Ost und West" sehen, wie OB Gerold Noerenberg betonte. Auch dieser Anspruch ist Verpflichtung. Und die Ulmer und Neu-Ulmer sollten nicht vergessen, dass von ihren Ufern aus im 18. Jahrhundert die Auswanderung in umgekehrter Richtung ihren Ausgang nahm: die Donau hinunter, und das auch aus wirtschaftlicher Not.

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Kommentare

02.01.2014 17:44 Uhr

Für Demokratie und Menschlichkeit ist lediglich ein sehr geringer Beitrag erforderlich

Stillschweigend durch nicht erhobenen Einspruch lassen wissenschaftlich unabweisbar vorliegende Arbeiten den strukturell stets existenten Engpass hinter sich, der leeres Gerede auf zutiefst demokratische Weise von ihnen notwendig scheidet. Es wäre daher im kommenden Jahr in der Tat eine Errungenschaft mit historischer Reichweite, wenn zunehmend mehr Ulmer Bürger darin innehalten, deren ohnehin dadurch unantastbaren Bestand um des eigenen Vorteils willen anzuzweifeln; so, als ob besagte Leistungen noch nie herausgehoben erbracht worden sind. Insofern bedarf es nur eines sehr geringen Beitrags, sich selbst überaus wirksam für Menschlichkeit einzusetzen.

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