KOMMENTAR · INTERNET: Kommunikation statt Konflikt

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Es gibt ein Unternehmen in Ulm, das Satkom-Hardwaremodule für Schiffe baut, die dann beim Einlaufen in irgendeinem Hafen ihre Internet-Daten nicht mehr über den teuren Satelliten, sondern automatisch über örtliche Mobilfunkbetreiber beziehen. Level 421 in der Küfergasse hält dazu weltweit 500 Roaming-Verträge und stellt inzwischen sogar eigene Sim-Karten her.

Ein Hightech-Laden dieser Kategorie sollte in der Wissenschaftsstadt Ulm eigentlich hofiert werden. Stattdessen stehen sich Firmenchef Markus Haut - zugegeben kein Mann der leisen Töne - und die Rathaus-Spitze fast schon unversöhnlich gegenüber. Dabei hat Haut einige gute Argumente für sich und zweifelt vor allem die Rolle der SWU-Telenet an.

Aus seiner Sicht hat sie sich in einem Duopol mit der Telekom bequem eingerichtet. Er stellt auch in Frage, ob die Telenet als mit Steuergeldern aufgepäppelter Anbieter von Glasfaser-Infrastruktur überhaupt Anschlüsse für Endkunden vermarkten darf. Wegen der freihändigen Vergabe von Internet-Hotspots an die Telenet hat Haut nun die Aufsichtsbehörde in Tübingen eingeschaltet.

Es ist klar, dass der für Internetfragen zuständige Bürgermeister Gunter Czisch sauer ist. Auch die Sichtweise Czischs, man könne in der City nicht gegen die Bürger weitere Mobilfunkstationen installieren, muss man ernstnehmen. Dennoch wäre es Zeit, dass sich beide Alpha-Tiere mal an einen Tisch setzen und die Sache auf diese Weise klären.

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