KOMMENTAR · BAHNSTEIG 5: Fahrlässig gehandelt

Die junge Geschichte des Bahnsteigs 5 am Ulmer Hauptbahnhof ist reich an Irrungen und Verwirrungen. Sie ist nunmehr nochmals angereichert um eine Geschichte aus der Schmunzel-Abteilung: Sachen gibts, die gibts gar nicht.

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Die junge Geschichte des Bahnsteigs 5 am Ulmer Hauptbahnhof ist reich an Irrungen und Verwirrungen. Sie ist nunmehr nochmals angereichert um eine Geschichte aus der Schmunzel-Abteilung: Sachen gibts, die gibts gar nicht.

Doch handelt es sich keineswegs um einen Schwank. Die Sache ist bierernst, spielt in der Zeit, als CDU und FDP das Land noch ziemlich ungeniert von grün-roten Mehrheitsbedrohungen regieren konnten und Ulm in Dr. Monika Stolz noch eine Landesministerin hatte.

Allem Anschein nach ist das damals für den Verkehr zuständige Innenministerium fahrlässig über die Frage hinweggegangen, wie wichtig der Bahnsteig 5 für Ulm, die Region und den Schienennahverkehr der Zukunft sein könnte. Eine Aktennotiz zu Verhandlungen mit der Bahn darüber spricht Bände. Nun muss man dazu wissen, dass auf der Schiene die Bahn für den Fernverkehr zuständig ist, für den Nah- und Regionalverkehr hingegen das Land. Das wirft die Frage auf, ob sich da jemand frühzeitig heimlich und in der Sicherheit klarer politischer Mehrheitsverhältnisse aus der späteren Verantwortung stehlen wollte.

Wie auch immer: Jetzt liegt der Konflikt um Bahnsteig 5 offen auf dem Tisch. Ziel muss es sein, dass im Zuge der Umgestaltung des Ulmer Hauptbahnhofs nichts verbaut wird. Sollte Bahnsteig 5 notwendig werden, muss er jederzeit realisiert werden können. Egal wann, durch wen und mit welcher Finanzierung.

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