Köpfe, Klatsch, Kurioses

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Als die Grünen symbolisch Straßenbahnschienen zwischen Ulm und Neu-Ulm verlegten, nahmen sie sie wieder mit. In Wiblingen blieben sie aber liegen, monieren jetzt die Freien Wähler.  Foto: 

Untermaßig

Wenn's um Millimeter geht, lässt die Post nicht mit sich spaßen. Ein Briefumschlag, der vom Standard abweicht, wird schon befördert. Doch nur mit sattem Aufschlag. Ein an Friedrich Pieper abgeschickter Brief hat den Professor unlängst nicht erreicht. "Untermaßig", wie die Post ihn definierte, hat sie ihn an den Absender zurückgeschickt. Pieper wollte wissen warum und was untermaßig heißt. Unter der "Anliegennummer 2014/08-6244259" wurde er vom Kundenservice der Post aufgeklärt: "Grundsätzlich müssen Briefe die Form eines lang gestreckten Rechtecks haben. Zudem muss die Länge von Standardbriefen, Kompaktbriefen und Postkarten mindestens das 1,4-Fache der Breite betragen." Pieper, der den Brief mittlerweile erhalten hatte, maß nach: "Ich stellte tatsächlich fest", sagt er, "dass der Umschlag zwar exakt die zulässige Breite von 12,5 Zentimeter hat, auch die zulässige Form - ein Quadrat ist bekanntlich auch ein Rechteck -, er aber möglicherweise 1,5 Zentimeter zu kurz sein könnte". Ursprünglich war der unmaßige Brief mit 60 Cent frankiert; für 1,45 Euro wäre er zugestellt worden. Darauf hat der Absender dann allerdings verzichtet und den Brief Pieper persönlich vorbeigebracht.

Schienen am Pranger

Im Vorfeld der Kommunalwahl im Mai hatten die Grünen symbolisch Straßenbahnschienen am Wiblinger Pranger verlegt. Die liegen dort noch immer; und die Freien Wähler finden das gar nicht gut. Unter der Anrede "liebe Wahlkämpfer" haben die sich jetzt in einem "offenen Brief" an die Grüne Fraktion gewandt. "Wir schlagen vor, die Schienen einem Schrotthändler zum Kauf anzubieten", heißt es darin. Vielleicht gibt es ein paar Euro dafür, die für einen guten Zweck gespendet werden können." Das sehen die Grünen ganz anders: "Solange die Stadt uns nicht dazu auffordert, die Schienen zu entfernen, werden wir sie liegen lassen - bis die Straßenbahn nach Wiblingen kommt." Wiblingen sei groß genug für ein modernes Verkehrsmittel, meint der Grünen-Stadtrat Michael Joukov. So gesehen kann man ja schon froh sein, dass die Ulmer Grünen ihre Schienen wieder eingepackt haben, die sie im Februar zusammen mit den Kollegen aus Neu-Ulm auf die Herdbrücke geschleppt haben, um grenzüberschreitend für eine Straßenbahn zwischen den Städten zu trommeln. Was nun aber die Freien Wähler und Wiblingen angeht, so hat die Wiblinger Wählergemeinschaft um Stadträtin Helga Malischewski dort im Mai auch eine symbolische Verkehrshandlung vollzogen, allerdings pro Auto. Sie spielten damit schon mal den ersten Spatenstich für den lange ersehnten Wiblinger Durchstich. Geteert worden ist damals zwar nichts, aber die Freien Wähler posierten auf einem Kieshaufen. Die Grünen können jetzt in einer Retourkutsche mal nachforschen, was aus dem geworden ist.

Heute vor einem Jahr . . .

. . . befanden wir uns mitten im Wahlkampf. Am 22. September wurde der 18. Deutsche Bundestag gewählt. Im Lokalen berichteten wir über die Wahlkampfauftritte der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentin aus Nordrhein-Westfalen. Zu Angela Merkel (CDU) waren etwa 4000 Besucher auf den Münsterplatz geströmt. Hannelore Kraft (SPD) sprach vor knapp 1000 Zuhörern auf dem Neu-Ulmer Petrusplatz. ZITAT DES TAGES

Jetzt weiß ich, dass das

Ulmer Münster glücklich

machen kann

Peter Friedrich

Der Europaminister gestern beim Besuch der Zentralredaktion. Er war mit seiner Familie auf Radtour und froh, bei strömendem Regen kurz nach Erbach die Münsterspitze und somit das Ziel der Tour gesehen zu haben.

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