Königliche Stimmen von der Insel

Feinste A-cappella-Kultur: The Queen's Six fasziniert mit sakralem Renaissancegesang, Spiritual, Folk und Jazz in der Georgskirche.

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Klangschön: The Queen's Six in der Georgskirche.  Foto: 

"God save the Queen": ungewöhnlich, diese zweite Zugabe. Und rund 400 Zuhörer erheben sich nach dem angejazzten Evergreen "When I Fall in Love" in der voll besetzten Georgskirche - zu Ehren Elizabeth II. "Great, eine noble Geste, sehr bewegend", sagte Nick, der blonde Prachttenor des The Queen's Six, dem A-cappella-Ensemble in Diensten ihrer Majestät.

Die sechs Profi-Sänger musizieren in Windsor Castle bis zu achtmal pro Woche in der Schlosskapelle, treten bei staatlichen und privaten Feierlichkeiten der Queen auf. "The Q6", wie Fans sagen, wurde als Ableger des renommierten Windsor-Knabenchors 2008 anlässlich des 450. Krönungsjubiläums von Queen Elizabeth I. gegründet. Jetzt sind sie auf Süddeutschland-Tour und erstmals in Ulm. Dank Kirchenmusiker Thomas Stang, der mit den Georgsknaben im Februar in London gastierte und Kontakte knüpfte.

Im Gepäck hatte das sympathische Six-Pack britischen Humor bei Zwischenansagen auf Deutsch und ein breitgefächertes Repertoire. Brillanz sowie Intonatios- und Stilsicherheit ließen im Altarraum musikalische Kleinode im A-cappella-Geflecht wie Kronjuwelen erstrahlen.

Der Sound der Sechs weckt Erinnerungen an die King's Singers. Zwei Countertenöre kommen gemäß der Tradition englischer Kathedralchöre neben zwei Tenören, Bariton und Simon Whiteleys profundem Bass zum Einsatz. Wobei im Wechsel von Positionen, Besetzungen und Soli die helle, kräftige Countertenorstimme von Daniel Brittain den homogenen Klang der royalen Boygroup charakterisiert.

"Lift Up Your Heads" eröffnete den Reigen der Renaissance-Kirchenmusik aus der Tudor-Zeit. Polyphone Gesänge von Josquin des Prez, Thomas Weelkes, Thomas Tallis ("O nata lux"), Francisco Guerreros "Gloria" und "Credo" zogen wie die zeitgenössischen Kompositionen von Henry Ley und John Taverner das atemlos lauschende Publikum in den Bann.

Perfekt wie Rädchen eines Uhrwerks griffen die Stimmen auch in melancholischen Folk-Songs wie dem irischen "Danny Boy" oder dem schottischen "O Waly Waly" ineinander. Ohne ins Sentimentale abzudriften, schimmerten "Deep River" und "Down in the River to Pray" in neuem Spiritual-Glanz. Diese Meister ihres Fachs haben das Zeug zu einem englischen Exportschlager. Standing Ovations mit Hoffnung auf ein Wiedersehen.

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