Klingende Ökumene in Wiblingen

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Ökumene kann manchmal eine sparsame Sache sein und dennoch wirkungsvoll. Und sie kann zugleich so richtig in den Ohren klingen. Das ist seit dem ersten Advent in Wiblingen der Fall: Die Glocken der katholischen Gemeinde St. Franziskus läuten jetzt sonntags auch für die evangelische Zachäusgemeinde. Eine super Sache, findet der evangelische Pfarrer Friedemann Bauschert.

Für ihn geht mit dem kirchenübergreifenden Geläut ein Wunsch in Erfüllung. „Vor drei Jahren habe ich spaßeshalber bei einem Kirchengemeinderatswochenende gesagt: Ich hätte gern Glocken für Zachäus. Aber es war klar, dass an den Bau eines Glockenturms und die Anschaffung von Glocken aus finanziellen Gründen nicht zu denken ist.“

Zachäus und Franziskus sind unter einem Dach am Tannenplatz untergebracht – gemeinsam mit dem profanen Bürgerzentrum der Stadt als Dritten im Bunde. So konnte Bauschert bislang nur neidvoll zuhören, wie das schöne mehrstimmige Glockengeläut von Franziskus sonntags zu den Gottesdiensten um 10.30 Uhr tönte.

Doch jetzt haben sich bei den Katholiken die Gottesdienste verschoben und finden bereits um 9 Uhr statt. Der katholische Kirchengemeinderat ist auf Bauschert zugekommen mit dem Angebot, zum evangelischen Gottesdienst um 11 Uhr ebenfalls zu läuten.

Die ökumenische Arbeit läuft am Tannenplatz seit Jahren gut, wie jüngst auch bei der Adventstafel – also der kleinen Vesperkirche – wieder deutlich wurde. Mit dem Läuten „öffnet sich jetzt auch akustisch eine weitere Türe“, findet Bauschert.

Zur Premiere am ersten Adventssonntag gab es in der evangelischen Gemeinde deswegen spontanen Applaus. Eine tolle Lösung, insbesondere für sparsame Schwaben.
Verena Schühly

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