Klassik im Kornhaus

Die Klassik-Kultur in Ulm wächst weiter: Nach der neuen Kammerkonzertreihe "klassisch!" im Stadthaus startet nun das Württembergische Kammerorchester Heilbronn im Kornhaus einen Abo-Zyklus.

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Probesitzen auf der Kornhaus-Bühne: Ruben Gazarian, künstlerischer Leiter des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn, und Christoph Becher (links), der Geschäftsführer des Ensembles. Zu den Gästen der ersten Konzertsaison gehören Gottfried von der Goltz und Sharon Kam. Fotos: Oliver Schulz, Marco Borggreve, Maike Helbig

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) und Ulm, das ist eine klassische Beziehungskiste: Unter seinem Gründer Jörg Faerber gehörte dieses Ensemble über Jahrzehnte zu den bewährten Gästen in den Abo-Programmen der Konzertdirektion Russ. Auch mit Ruben Gazarian, seit 2002 künstlerischer Leiter, gastierte das WKO mehrmals an der Donau.

Aber seit die Konzertdirektion Russ 2010 ihre Meisterkonzerte aufgab, war internationale Klassik in Ulm kein klangvolles Thema mehr. Doch jetzt kommt Bewegung in die Szene. Die SÜDWEST PRESSE hat in Kooperation mit dem Stadthaus die Kammerkonzert-Reihe "klassisch!" mit vier Abenden im Abonnement auf den Weg gebracht. Und gestern stellten Ruben Gazarian und Christoph Becher, Geschäftsführer des WKO, die "Ulmer Konzerte" des Württembergischen Kammerorchesters vor: fünf Abende pro Spielzeit im rund 600 Plätze fassenden Kornhaus, als Abonnement. Auftakt ist am 29. September ein Konzert mit dem in Ulm wohlbekannten Violinisten Linus Roth, der unter Leitung Gazarians die beiden Beethoven-Romanzen spielt.

"Die Wurzeln in Heilbronn, die Flügel in der Welt", das ist ein Leitspruch des traditionsreichen Württembergischen Kammerorchesters, das gerade zwei Wochen auf Tournee in China war und "immer groß gewesen ist in der Zusammenarbeit mit bedeutenden Solisten", wie Becher sagt. Seit August 2012 arbeitet der Kulturmanager in Heilbronn - mit vielen neuen Idee. Eine davon verwirklicht er in Ulm: Das WKO baut außerhalb der Heimatstadt weitere Konzertzyklen auf. Das "Abenteuer Ulm" sei eine neue Dimension im Wirken dieses Kammerorchesters, dessen Etat zu 25 Prozent vom Land Baden-Württemberg getragen werde - was für das WKO eine Verpflichtung sei, entsprechend dort aufzutreten.

Während in Heilbronn zehn Abo-Konzerte pro Saison stattfinden, werden es in Ulm fünf sein, "damit man sich beschnuppern kann". Wobei Becher und Gazarian sagen: Die "Ulmer Konzerte" seien "eine langfristige Geschichte". Für die Zukunft wolle man auch das weit größere Congress Centrum als Veranstaltungsort nicht ausschließen. Zunächst hofft Becher auf rund 100 Abonnenten, nach drei Jahren wolle man "eine schwarze Null" schreiben und, so Gazarian, eine "emotionale Bindung zum Publikum gewonnen" haben.

Weshalb Ulm? Becher freut sich darauf, jene durch den Rückzug von Russ aufgestoßene "Lücke zu schließen". Ulm habe ein tolles Philharmonisches Orchester, aber eine solche Stadt plus Neu-Ulm und Region besitze ein Besucher-Potenzial, das weit größer sei als das vorhandene musikalische Angebot. Damit gibt es nun nach den Philharmonischen Konzerten des Theaters Ulm im CCU und der "klassisch!"-Reihe noch ein drittes professionelles Klassik-Abonnement in Ulm: große Sinfonik, feine Kammermusik und dazwischen, mit den Heilbronnern, ein Kammerorchester-Programm mit hochkarätigen Solisten.

Was das WKO, das über einen Stamm von 20 Streichern verfügt, in der Saison 2013/2014 alles bietet: Auf das Auftaktkonzert mit Linus Roth folgt am 6. November ein Ausflug in die italienische Oper mit der Solistin Sharon Kam, die auf der Klarinette Arien von Bellini, Donizetti, Verdi und anderen spielt. "Bach zu Weihnachten" gibts am 16. Dezember: Gottfried von der Goltz, Geiger und Konzertmeister des weithin berühmten Freiburger Barockorchesters, führt mit dem Württembergischen Kammerorchester sämtliche Orchestersuiten Johann Sebastian Bachs auf. Mit dem Pianisten Ronald Brautigam musizieren die Heilbronner am 30. März einen Abend ausschließlich mit Jugendwerken Felix Mendelssohn Bartholdys.

Und im letzten Konzert der Reihe am 5. Mai 2014 unternimmt Ruben Gazarian eine musikalische Reise von Armenien nach Russland: mit Eduard Mirzojans Sinfonie für Streichorchester und Pauken und Rodion Schtschedrins schlagwerkintensiver "Carmen-Suite".

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