Drogenhandel vor Gericht: Kiloweise Amphetamin verkauft

Prozessauftakt vorm Landgericht Ulm: Einem 32-Jährigen und seiner Ex-Freundin wird massiver Drogenhandel zur Last gelegt.

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War sie das naive Dummchen, das aus Verliebtheit über Monate die Augen verschloss? Oder war sie gleichberechtigte Mitwisserin, die die Drogengeschäfte ihres damaligen Freundes deckte?  Darum ging es am ersten Verhandlungstag eines Drogenprozesses vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Ulm. Angeklagt sind ein 32-Jähriger und seine gleichaltrige Ex-Partnerin. Der ihnen zur Last gelegte Sachverhalt ist simpel. Mehrfach soll der Mann zwischen Juli und November 2016 Amphetamin gekauft, verkauft oder zum Verkauf angeboten haben, teils im Beisein der Frau. Dumm nur, dass er an einen verdeckten Ermittler der Polizei geriet und aufflog. Es geht nicht um Peanuts: Die Einzelmengen lagen laut Staatsanwaltschaft zwischen knapp 170 Gramm und 7 Kilogramm  – Drogenhandel im großen Stil also.

Ein ungleiches Paar

Auf der Anklagebank saßen zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.  Er, großflächig tätowiert, seit November in U-Haft und in Ketten in den Gerichtssaal geführt, machte am Dienstag noch keinerlei Angaben. Sie, Typ braves Mädchen und ihn keines Blickes würdigend, ließ über ihren Anwalt eine siebenseitige Erklärung vorlesen. Kurz zusammengefasster Inhalt: Schon wenige Wochen nach dem Kennenlernen im März 2016 ließ die Chemielaborantin den offensichtlichen Taugenichts bei sich einziehen. Sie nahm mehrere Kredite von insgesamt fast 50 000 Euro auf, damit  er sich gebrauchte Sportwagen kaufen konnte, die er fit machen und später teurer weiterverkaufen wollte. Die junge Frau war offenbar getrieben vom Helfersyndrom, aus dem ehemaligen Knastbruder „wieder einen guten Menschen zu machen“. Erst war da eine „wahnsinnige Verliebtheit“, die aber zunehmend Angst wich. Denn er forderte von ihr absolute Loyalität ein, drohte, sie ansonsten „fertig zu machen“.

Dass er zum Muskelaufbau Anabolika und andere verbotene Substanzen schluckte, will sie gewusst, hingenommen und letztlich auch finanziert haben. Als er ihr auf einer Autofahrt sagte, er habe statt Muskelpuder Amphetamine gekauft, nahm sie das stillschweigend zur Kenntnis. „Mehr wollte ich davon nicht wissen.“ 

Ausgewertete Handy-Telefonate lassen aber vermuten, dass sie mehr wusste. Das Gericht hat fünf weitere Verhandlungstage angesetzt. 16 Zeugen und ein Sachverständiger sind geladen. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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