Kein Interesse mehr

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Er ist der älteste Verein in der Stadt, jetzt könnte das Aus des 1842 gegründeten Bürgervereins Neu-Ulm kommen. Wie ein Sprecher des Amtsgerichts gestern auf Anfrage bestätigte, hat der Vereinsvorsitzende vor wenigen Wochen einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Derzeit durchforstet eine Memminger Wirtschaftskanzlei die Buchführung des Vereins, um zu prüfen, ob überhaupt so viel an Vermögen vorhanden ist, dass ein geordnetes Insolvenzverfahren eröffnet werden kann.

Zu konkreten Zahlen wollte sich der Sprecher der Kanzlei nicht äußern. Auch nicht dazu, wie hoch die Verbindlichkeiten des Vereins sind. Klar ist aber, dass die Mitgliederzahlen ständig abnehmen und es Liquiditätsprobleme gibt, die teilweise auch hausgemacht seien. Offenkundig gibt es mehrere Mitglieder, von denen schon seit Jahren keine Beiträge mehr eingezogen werden. Außerdem hat das Interesse der Mitglieder an ihrem Verein stark nachgelassen. So gibt es seit langem Probleme, freiwerdende Posten neu zu besetzen. Und auch der Vorsitzende Markus Holzinger hat das Amt in großer Not nur widerwillig übernommen.

Ob der Bürgerverein Neu-Ulm gerettet werden kann oder ob er nach 170 Jahren vor der Auflösung steht, ist derzeit noch nicht klar. Etwa drei Wochen benötigt die Wirtschaftskanzlei noch mit der Aufarbeitung der Buchführung, dann wird sie ein Gutachten mit konkreten Handlungsanweisungen stellen. "Vielleicht ist es auch ein Zeichen der Zeit, dass die Menschen an diesem Traditionsverein kein Interesse mehr haben", sagte der Sprecher vielsagend.

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