Katrin Albsteiger sieht Bringschuld bei Asylbewerbern

Die CSU wirbt um Solidarität mit Flüchtlingen, nimmt aber auch Asylbewerber in die Pflicht. Das wurde beim Bürgergespräch in Burlafingen klar.

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Die CSU hatte es schon leichter in Bayern. Je mehr Flüchtlinge an den Grenzen Schlange stehen, desto mehr murrt es am rechten Rand der Union. Beim einen oder anderen Tiefflug über die Stammtische sind dumpfe Parolen zu hören. Von "Die Asylanten bekommen es hinten und vorne reingesteckt und die Deutschen kriegen nichts" bis zu "Die wollen doch nur auf unsere Kosten ihrem Aberglauben nachgehen": Originalton Burlafinger Iselstuben, Nebenzimmer, hinterer Bereich.

Vorne auf dem Podium war man sichtlich genervt, aber redlich bemüht, dem Aufklärendes entgegen zu setzen, über Argumentation und Information. "Weltweit sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht", sagte Katrin Albsteiger und stellte klar: "Die meisten kommen nicht zu uns." Die Situation in Deutschland sei zwar außergewöhnlich, "weil wir uns im Krisenmodus befinden", gleichwohl sei sie mit den geeigneten Maßnahmen in den Griff zu bekommen, skizzierte die Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete drei Handlungsfelder: Ursachenbekämpfung, Zuzugsbegrenzung und schnelle Integration.

Albsteiger plädierte einerseits dafür, keine "Fehlanreize" zu geben, sondern Rahmenbedingungen in Drittländern zu schaffen, damit sich Menschen aus wirtschaftlichen Gründen erst gar nicht nach Deutschland aufmachten. Die als politisch verfolgt Anerkannten müssten schleunigst unbürokratischen Zugang zu Sprachkursen und Praktika erhalten: "Wir wollen die besten Köpfe fördern, damit sie einmal wieder zurück gehen und beim Aufbau ihres Landes mithelfen."

Eine Voraussetzung seien genügend Lehrer, eine andere die Akzeptanz der "christlichen Leitkultur". Die Anforderungen der Bundestagsabgeordneten an Asylbewerber: "Das beinhaltet eine Bringschuld, man muss willens sein, sich bei uns zu integrieren, wir müssen nicht zwangsintegrieren."

"Flucht ist jung", verwies Irene Stürze von der Arbeitsagentur auf die Möglichkeiten für den Arbeitsmarkt: "Wir dürfen nicht die Chance verpassen, sie zu qualifizieren, sonst reden wir nicht von den Fachkräften, sondern von den Arbeitslosen von morgen." Damit rannte sie bei Michael Stoll offene Türen ein, zumal auch der Vorsitzende der Neu-Ulmer Kreishandwerkerschaft mehr Chancen als Risiken sieht, den Fachkräftemangel beheben zu können. Er berichtete von ermutigenden Praktikumsprojekten mit Flüchtlingen.

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