Katrin Albsteiger (CSU) im Sommer-Interview

Drei Dinge mit Kartin Albsteiger, die stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union im Bund.

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Drei Gedanken, die Ihnen beim Heimflug von Berlin spontan in den Kopf gekommen sind.

KATRIN ALBSTEIGER: Endlich geht es wieder nach Schwaben. Ob wohl gerade meine Mitarbeiter vor Freude in die Luft gesprungen sind? Habe ich den Herd in meinem Apartment wirklich ausgemacht?

Drei Dinge in Berlin, die Sie in den nächsten Wochen in Berlin sicher nicht vermissen werden.

Den Stau. Das Kopfsteinpflaster auf dem Weg von meinem Bürogebäude in den Plenarsaal. Gehetzte Mahlzeiten zwischen Terminen, im Stehen, zwischen Tür und Angel.

Drei Gründe, warum sich die Dreifachbelastung Bundestag, Kreistag, Stadtrat für Sie doch lohnt.

Wenn man sonst auf Berliner Treibsand tagt, ist es schön, wenn man zu Hause festen schwäbischen Boden unter den Füßen hat. Wer Gesetze macht, sollte auch mitkriegen, was sie bringen oder was sie anrichten. Manche Kollegen halten sich nach einigen Monaten Bundestag für Staatsmänner - wer aber in einem kommunalen Gremium sitzt, wird den Boden der Tatsachen nicht verlassen.

Drei Situationen, die Sie in Ihrer aktiven politischen Zeit hätten besser meistern wollen.

Bei meiner ersten Fernsehtalkshow bei Anne Will fand ich mich im Nachhinein zu brav. Beim Bobbycar-Rennen anlässlich des diesjährigen Rathaussturms war meine Leistung ausbaufähig. Was nie klappt: Vorher aufgeschriebene witzige Bemerkungen in Reden ablesen. Die Pointen kommen entweder von selber oder man lässt es lieber ganz.

Drei von Ihren sechs Abgeordneten-Kollegen aus dem Raum Ulm und Neu-Ulm, zu denen Sie einen besonders guten Kontakt pflegen.

Georg Nüßlein, mein CSU-Kollege im Bundestag, der mir den Einstieg in Berlin erleichtert hat und mit dem das Zusammenarbeiten nicht nur gut funktioniert, sondern auch Spaß macht. Ronja Schmitt, meine neue Kollegin, weil ich mit ihr nicht nur im Europaausschuss sitze und wir eben auch Abgeordneten-Nachbarn jenseits und diesseits der Donau sind, sondern auch weil wir beide zur Kategorie weiblich, jung, schwäbisch gehören. Ekin Deligöz ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auch wenn man politisch nicht immer die gleiche Meinung hat, immer fair blieben kann. Aufgrund von solchen Kolleginnen halte ich schwarz-grün auch für eine Option, über die man irgendwann in der Zukunft auch einmal reden kann.

Gesetzt den Fall, Sie hätten jetzt in der Sommerpause die Gelegenheit mit Ihrem Parteivorsitzenden Horst Seehofer zu sprechen. Welche Ratschläge würden Sie ihm geben, die er auch beherzigen sollte?

Nicht zu oft die Presse zu lesen. Öfters Urlaub machen, zum Beispiel in Bayerisch-Schwaben. Sich häufiger freuen, wie gut es Bayern geht, denn Eigenlob stinkt nicht immer.

Drei Politiker außerhalb der CDU/CSU die Sie im Bundestag, Kreistag oder Stadtrat besonders schätzen - und warum.

Dieter Janecek, ein grüner Abgeordneter aus München, der nicht nur persönlich ein angenehmer Gesprächspartner ist, sondern mitunter ganz vernünftige Ansichten hat, zum Beispiel beim Thema Fußball. Ivo Gönner, ein Mann, der unheimlich viel für Ulm getan hat und der jetzt auf ein großartiges politisches Werk zurückblicken kann. Frank-Walter Steinmeier ist ein sehr guter Außenminister, dem man zurecht vertrauen kann.

Die Leser des Männermagazins Men's Health haben Sie bei der Wahl zur Miss Bundestag auf Platz drei gewählt. Drei Männer im Bundestag, die Sie zur Wahl des Mister Bundestag vorschlagen würden?

Norbert Lammert, den haben wir Abgeordnete ja gewissermaßen schon zum Mister Bundestag gewählt. Wolfgang Bosbach, denn er ist klug, witzig, erfahren, beliebt - was will man mehr? Anton Hofreiter, denn er hat die Haare schön!

Markus Söder hat in einer Publikation der Jungen Union einmal behauptet, Sie würden einmal bayerische Ministerpräsidentin werden. Drei Gründe, die demnächst zuerst einmal für Markus Söder als Nachfolger von Horst Seehofer sprechen?

Jeder bayerische Minister und jede Ministerin ist ein potenzieller Nachfolger von Horst Seehofer, auch Markus Söder. Jeder ehemalige JU-Landesvorsitzende ist ein potenzieller Nachfolger von Horst Seehofer, auch Markus Söder. Was wirklich für Söder spricht, ist, dass nach Stoiber und Seehofer auch seine Frau Karin heißt und damit eine wichtige Voraussetzung erfüllt ist.

Drei Personen der Zeitgeschichte, mit denen Sie gerne einen Abend verbringen möchten - und warum.

Ludwig Erhardt, der Vater der Sozialen Marktwirtschaft und Abgeordneter aus Ulm. Vom ihm könnte ich eine Menge lernen. Joachim Löw, der verdeutlicht hat, wo Deutschland ohne Schwaben wäre - jedenfalls nicht Fußballweltmeister. Und mein Mann, zu dem mir tausend Gründe einfallen, sonst hätte ich ihn nicht geheiratet.

Zur Person Am 20. November 1983 in Ulm als Katrin Poleschner geboren. Politik- und Wirtschaftsstudium in Augsburg und Adelaide (Australien), 2008 in den Gemeinderat von Elchingen gewählt, 2011 erste Frau an der Spitze der Jungen Union in Bayern, 2013 über die Bayernliste in den Bundestag gewählt, seit 2014 stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union im Bund, seit 2014 Stadt- und Kreisrätin in Neu-Ulm, verheiratet, keine Kinder.

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Kommentare

21.08.2015 13:42 Uhr

... auf der Strecke

Wie kann das gehen? Mitglied des Bundestags, des Kreistags und im Stadtrat?
Bleibt da nicht irgendetwas auf der Strecke - kann man da alle Aufträge so erfüllen wie es sein sollte? Hat die Partei nicht ausreichend Kandidaten für die verschiedenen Ämter oder treibt das Ego?
Mal ganz praktisch gesehen: Hier zieht jemand 2013 in den Bundestag ein, auch noch aus der Provinz. Ist da nicht eine Einarbeitungs- und Eingewöhnungszeit notwendig? Wieso muss man dann ein Jahr später noch für den Kreistag und den Stadtrat kandidieren? Klar der Wähler entscheidet, er sieht vielleicht: ah, da ist jemand im Bundestag, der/die muss ja gut sein. Übersieht er dabei, dass der/die Vertreter/in gar nicht so oft vor Ort ist – außer in den Ferien, zum Entspannen?
Ich habe letztens zufälligerweise die Vertreter des Kreistags für den Alb-Donau-Kreis durchgesehen. Hierbei fiel mir auf, dass ein Großteil der Vertreter der CDU Bürgermeister in den Städten und Gemeinden des Kreises sind, z.T. sind da auch Mandatsträger aus dem Bundes- und Landtag vertreten (wie oft werden die letzteren wohl auf den Sitzungen fehlen). Ohne Anhänger der Grünen zu sein: bei denen ist es das Gegenteil. Deren Vertreter konzentrieren sich scheinbar auf die Arbeit im Kreis.
Vielleicht sollte es eine Art Verhaltensregel für politische Hygiene geben, die besagt, dass ein Einzelner nicht zu viele Ämter übernehmen soll.

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