Kantine im Science Park zu

Verhungern muss keiner. Nach der Pleite der Kantine im Science Park in der Wissenschaftsstadt wird aber um eine Versorgungslösung gerungen.

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Betriebskantinen sind Zuschussbetriebe. Denn Belegschaften, die in Kantinen essen, wollen es billig - und schmackhaft. Selbst die gut verdienende Klientel im Science Park II auf dem Oberen Eselsberg isst nach dem Grundsatz, dass Kantinenessen nicht teuer sein darf, wissen Kenner der Szene.

Diese Haltung zum einen, zum anderen aber auch unübersichtliche und durch das Kantinen-Management offenbar falsch eingeschätzte Verträge mit Firmen, deren Personal die Kantine in der Lise-Meitner-Straße besuchte, haben zur Schließung des kompletten Küchenbetriebs geführt. Ulrike Lüsse, eine der beiden vertretungsberechtigten Gesellschafterinnen, bestätigt diesen Umstand mit dem knappen Hinweis darauf, "dass die Liquidierung läuft" - mit dem Ziel, "zu einer neuen Lösung zu kommen".

Doch der Reihe nach: Vor zwölf Jahren gab die Familie Lüsse ihren Großküchenbetrieb im Donautal auf und eröffnete im Science Park II einen neuen Kantinen- und Catering-Service. Dies im Gebäude Lise-Meitner-Straße 9, das die städtische PEG (Projektentwicklungsgesellschaft) als Büro- und Dienstleistungskomplex errichtet hatte. Vor zwei Jahren verkaufte die PEG das Haus an die Technologie Förderungs Unternehmen GmbH (TFU). Der Lüsse Kantinenbetrieb hatte in diesen zehn Jahren nicht nur vom Umsatz gelebt, der durch die rund 1000 bedienten Arbeitsplätze erzielt wurde. Es gab auch Zuschüsse. Dafür, dass Firmen ihren Belegschaften günstige Essensmöglichkeiten anbieten konnten, ohne eigene Küchen vorhalten zu müssen.

Ulrike Hudelmaier, resolute Chefin der TFU, wurde als neue Hausherrin überrascht, dass es weder einheitliche Zuschusskriterien gab noch langfristige, eindeutige Bindungen. Ein Übriges tat, dass - durchaus im Sinne des in der Wissenschaftsstadt geförderten Gründergeistes - die Fluktuation hoch ist. Mit der Konsequenz, dass Nachfolge-Mieter sich nicht mehr gebunden sahen, den Lüsse-Kantinenbetrieb zu subventionieren. Hudelmaier: "Das Aus war abzusehen. Ein schleichender Prozess."

Obwohl Ferien sind, die Geschäftigkeit im Science Park sich in Grenzen hält und keiner hungern muss, wird der Wunsch auf Wiedereröffnung einer Kantine täglich an die TFU-Geschäftsführerin herangetragen. Es gebe zwar zwei weitere, kleinere Kantinen im Science Park, die aber spätestens bei Vollbetrieb überlastet seien. "Schon jetzt muss da in Schichten zu Mittag gegessen werden." Hudelmaier ist zuversichtlich, dass im Lauf des Monats September ein Nachfolger für Lüsse gefunden ist. Einschlägige Anbieter gebe es in Ulm. Welche Rollen Ulrike und ihre Schwester Sabine Lüsse einnehmen sollen, sei offen.

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