Kammermusik auf höchstem Niveau

Maximilian Hornung (Cello) und Hisako Kawamura (Klavier) spielten in der Festhalle des Illertisser Kollegs Kammermusik auf höchstem Niveau.

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Wenn der Auftakt der Japan-Tournee mit einem Konzert in Illertissen beginnt, kann es sich nur um die Festhalle des Kollegs der Schulbrüder handeln. Cellist Maximilian Hornung gastierte einmal mehr beim Freundeskreis "Kultur im Schloss", und er spielte nicht nur gut gelaunt, sondern verwies auch darauf, dass er ein Programm in die musikbegeisterte Kleinstadt mitgebracht hatte, das er im Anschluss gemeinsam mit der Pianistin Hisako Kawamura hinaus in die Welt trägt.

Hornung ließ nicht den geringsten Zweifel daran, welch herausragender Könner seines Faches er ist. Das kongenial harmonierende Duo hatte sich mit Ludwig van Beethovens Sonate in A-Dur, op. 69, die erste "richtig große" Cello-Sonate der Klassik und mit Johannes Brahms Sonate in F-Dur, op. 99, eine der bedeutendsten Gattungsbeiträge der Romantik ausgesucht.

Zwischen diesen berühmten Duo-Werken präsentierten die beiden Interpreten äußerst geschickt "Zwei romantische Stücke" und "Drei kleine Stücke", op. 11, von Anton Webern und gestalteten so für das interessierte Publikum einen durchdachten Anschauungsunterricht in Sachen Musikentwicklung: vom schwelgerischen Fin de Siècle zur abstrakten Atonalität. Die auf das absolut Wesentliche reduzierten Miniaturen erinnerten daran, dass Webern ein Schüler Arnold Schönbergs war.

Zum Einstieg in das Programm hatten Kawamura und Hornung das Adagio und Allegro, op. 70, von Robert Schumann und die "Suite populaire espagnole" des spanischen Komponisten Manuel de Falla gewählt. Ein kluger Aufbau, holten die beiden mit Schumanns tiefsinnig-melodischem Adagio ihr Publikum doch aus dem Alltag eines regnerischen Abends heraus, um es in den Bann inspirierender kammermusikalischer Emotionen hinein zu ziehen.

Von Anbeginn verfolgten die Zuhörer begeistert, wie Hornung seine Töne mit einer Leichtigkeit und Plastizität formte, die die unglaublichen Dimensionen und die spieltechnischen Anforderungen der Werke vergessen ließ. Dieser beglückende Abend bot alles: von ausladender Virtuosität über raffinierte Süffisanz bis hin zum romantischen Schmelz und zu innigster Versenkung. Bravo!

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