Kabel BW ordnet Programme neu - Techniker im Dauereinsatz

Immer wieder der gleiche Aufschrei: Wenn Kabelanbieter die Fernsehprogramme neu sortieren, finden Kunden auf den angestammten Plätzen ihrer Fernsehgeräte nur ein Grieseln. Und Techniker sind im Dauerstress.

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Kabel BW hat seine Frequenzen neu geordnet. Techniker sind auch in Ulm im Einsatz, um zu helfen, die Programme wieder richtig einzustellen.  Foto: 

„Zur Zeit können wir Ihnen nicht behilflich sein, weil wir alle im Außendienst sind.“ Wer am Freitag einen der Fernsehtechniker in Ulm angerufen hat, hat vielleicht diesen Text auf dem Anrufbeantworter gehört. Oder die Leitung war besetzt – minutenlang, gefühlt oft auch stundenlang. Der Grund: Nachdem Kabel BW in der Nacht zum Donnerstag die Belegung der Sendefrequenzen neu geordnet hat, fanden viele ihre eingestellten Programme nicht mehr auf den angestammten Platz.

Was dann folgen muss, ist für die Technikversierten vielleicht lästig, aber kein wirkliches Problem. Der Sendersuchlauf muss aktiviert werden, es gilt die Lieblingsprogramme in der Favoritenliste neu zu ordnen. Das dauert, wenn die Geräte entsprechend ausgestattet sind, allenfalls ein paar Minuten.

Für Unkundige, und darunter befinden sich auch sehr viele ältere Menschen, wächst sich das Ganze aber zu einem Riesenproblem aus. Das Grieseln in der Glotze sorgt für Gruseln und lässt sie schier verzweifeln. Ein Fernsehtechniker muss her. Und die waren beispielsweise von den Firmen Grees in Jungingen oder Conrad in Söflingen am Donnerstag und auch gestern praktisch dauerhaft im Einsatz.

„Wir rennen uns die Hacken ab“, stöhnte Alexander Deinert in Jungingen. Vier Grees-Mitarbeiter seien seit Donnerstagvormittag unterwegs, „ohne Mittagspause und bis nach 22 Uhr“. Und einer versucht, am Telefon weiter zu helfen. Auch drei Mitarbeiter der Firma Conrad aus Söflingen fuhren von Haus zu Haus, um Fernsehgeräte neu einzustellen. Und drei Mitarbeiter versuchten, den Kunden am Telefon zu helfen. Mit Kosten ist der Aufwand natürlich auch verbunden. So berechnen Grees und Conrad, abhängig davon, ob es eigene Kunden sind und wie hoch der Aufwand ist, zwischen 50 und 100 Euro. „Bei manchen Geräten geht es ganz leicht“, sagt Deininger. Es gebe aber auch Marken, „bei denen ist auch ein Techniker gefordert.“

Bei Kabel BW weiß man um das Problem. So versicherte Pressesprecherin Melanie Degueldre-Beyer, dass man solche großen Neusortierungen nur selten durchführt, das letzte Mal vor fünf Jahren. „Und so schnell wird das auch nicht mehr vorkommen.“ Dabei hat Kabel BW nur drei Sender neu eingestellt, diese in HD-Qualität, aber nur im extra zu bezahlenden Pay-TV: „Spiegel TV Wissen“, „Auto Motor Sport“ und „Lust pur“. Wichtiger sei es gewesen, sagte sie, das Kabel-Netz wieder einmal aufzuräumen, um damit mehr Platz zu schaffen. Sie bezeichnete es als „großes Reinemachen“. Dass Kunden mit der Einstellung ihrer Geräte überfordert sind, kann sie gut verstehen.

Kabel-BW-Techniker würden über die gebührenpflichtige Hotline (Telefon 01805/888150) auch Hilfestellungen geben, aber nur wenn der Kabel-BW-Receiver genutzt wird. Ist der Empfänger im Fernsehgerät eingebaut, wird es schwieriger. Da würden auch die Kabel-BW-Techniker ob der Marken-Vielfalt an ihre Grenzen stoßen.

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Kommentare

03.07.2013 11:38 Uhr

Sendersuchlauf reicht leider nicht !!!!!

der Dig.Receiver muß auf den Auslieferungszustand (Fabrikeinstellung) zurück gesetzt werden !!
Anschl. den Dig. Receiver wie bei der Erst-Installation in Betrieb nehmen (s. Bedienungsanleitung Dig.Receiver). Danach sollte der Sendersuchlauf wieder "alle" Programme finden, diese können dann anschl. wieder neu geordnet werden (Favoriten).

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01.07.2013 10:05 Uhr

Antwort auf „Machen Sie es sich nicht so einfach”

> Und von den anderen haben viele Signalstörungen.

Aha! Also nicht nur wir!

Im Großen und Ganzen halte ich das vorgehen von Kabel-BW für ziemlich arrogant. Einfach wiedermal die komplette Liste durchwürfeln und ich kann dann schauen wie ich den Kram zurechtbiege...

Und dann ständig Bettelbriefe man sollte sich doch für Programme in HD etwas mehr Geld ausgeben... Ständige Telefonaktionen... Seht ihr meinen ausgetreckten Mittelfinger?

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30.06.2013 13:00 Uhr

Machen Sie es sich nicht so einfach

Auch für "Technikversierte" war diese Umstellung ein Gräuel.
Erstens, weil nun Werbesender die ersten Plätze einnehmen und (ausländische) Bezahlsender wild eingestreut wurden. Wieso muss man das dem Kunden aufdrücken? Mich hat schon geärgert, dass zuvor die Privaten auf den Plätzen eins bis zehn-irgendwas zu finden waren, anstatt den ÖR, aber im Nachhinein war das noch Gold wert.
Zweitens empfange ich die Privaten gar nicht mehr. Mehrere Tage nach Umstellung und mehrere vollständige Suchläufe später fehlt immer noch die Hälfte aller Programme. Und von den anderen haben viele Signalstörungen.
Drittens brauche ich bei meinem Gerät für eine Neuanordnung von ca 40-50 Sendern (Private,ÖR,BBC,SF,...) fast eine Stunde. Und darauf hab ich zum x-ten Mal wirklich keine Lust.

Und dann speisen sie noch nicht einmal die ÖR in HD ein. UnityMedia ist wirklich ein übler Verein. Hätte ich eine Wahl, wäre ich schon längst weg von denen.

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30.06.2013 10:18 Uhr

wozu?

interessant wären die Gründe für eine Umstellung. Wie hängen die Kanäle zusammen, warum muss alles umgeschmissen werden um einen Kanal raus oder dazu zu nehmen? Zunächst ist das völlig unverständlich.
Dass man keine Lust hat beim einschalten des TV statt seine Sendung zu sehen, sich erst mal eine Ewigkeit mit dem oft recht komplexen und unhandlichen Menü auseinanderzusetzen ist absolut nachvollziehbar.
Allenfalls ein paar Minuten ist ziemlich untertrieben. Die persönlich genutzten Sender unter hunderten Sendern zu finden, dann da hin zu verschieben wo sie hin sollen und dabei noch die Eigenheiten des Geräts zu lernen und berücksichtigen, das dauert um einiges länger als ein paar Minuten.

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28.06.2013 22:18 Uhr

Kabel BW informiert seine Kunden über neue Angebote

mittels Werbebrief, die Rechnungen werden aus Kostengründen nur noch per E-Mail versendet. Über Umstellungen der Kanäle wird man dann mehr oder weniger dürftig über die Presse informiert oder merkt es dann selber irgendwann wenn ein Programm sich nicht mehr aufrufen lässt. Übrigens bei Digitalreceivern kommt da kein Grieseln sondern eine schriftliche Meldung! Die Kunden darüber zu informieren wo seine Stammkanäle jetzt angeordnet sind, wäre wohl ein Leichtes gewesen, da braucht man dann keinen Fernsehtechniker mehr zu holen um das einzustellen. Aber wie eingangs erwähnt für unsinnige Werbebriefe, die ich regelmässig ungelesen in den Alpapiercontainer werfe, ja dafür hat man Mittel genug.

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28.06.2013 22:02 Uhr

Überforderte Kunden und gestresste Techniker...

müssten nicht sein, wenn Kabel BW über derart seltene Großaktionen die Kunden vorab informieren würde, z. B. über die lokale Presse, Hausverwaltungen oder die gute alte Briefsendung, von denen zu Werbezwecken ja recht häufig welche im Briefkasten zu finden sind. Dann müsste man auch nicht am nächsten Tag vom "Aufschrei" in der Zeitung lesen.

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