Juros verdienen und investieren

Klar, Polizisten braucht es in einer Stadt. Auch in einer Kinderspielstadt. Louis und Pero hatten am Montag diesen Beruf gewählt.

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Nach der Arbeit kommt der Lohn: In der Bank von Ju-Hu erhalten die Siedler ihre Juros.  Foto: 

Die beiden Neunjährigen walten ihres Amtes: "Wir gucken, dass es keinen Streit gibt." Und kümmern sich ums Einhalten des Handy-Verbots. "Wenn ein Kind ein Handy hat, bringen wir es zu den Betreuern." Und selbst die dürfen nur viermal pro Tag auf ihre eigenen Handys schauen. So sind die Regeln, und die haben sich die "Siedler von Ju-Hu" selbst gegeben.

In dieser Woche findet auf dem Gelände der Kienlesbergbastion wieder die Kinderfreizeit der evangelischen Christuskirche statt. 100 Buben und Mädchen von acht bis zwölf nehmen daran teil, betreut werden sie von 41 freiwilligen Helfern.

Dass bei den sommerlichen Temperaturen alle genug trinken, liegt übrigens auch in der Verantwortung der Ju-Hu-Polizisten. Louis und Pero schauen geflissentlich in allen Zelten nach. Wenn irgendwo Wasser fehlt, "dann sagen wir es den Lieferanten. Weil ich will nicht die ganze Zeit immer runter zum Lager rennen", erklärt Pero bestimmt. Schließlich müssten ja auch die Lieferanten mit ihrem Leiterwagen etwas zu tun haben.

Zum Konzept der Spielstadt gehört es, dass die Kinder jeden Tag verschiedene Rollen und Tätigkeiten übernehmen: eben Polizist werden, Lieferant, Masseur, Waffelbäcker oder Schmuckdesigner. Dafür bekommen sie einen Lohn in der Währung Juros, die sie in Freizeitaktivitäten investieren können. Oder in Waffeln, eine entspannende Massage oder Perlenarmbänder, die im Kreativzelt hergestellt werden.

"Die Kinder wollen arbeiten, um sich was leisten zu können", sagt Tobi Schüle vom Ju-Hu-Organisationsteam. Gezwungen wird niemand. "Aber wer nicht arbeitet, hat kein Geld zum Ausgeben - auch das ist wie im richtigen Leben." Und die Kündigungszeiten von einer halben Stunde sind doch ziemlich human.

Pero und Louis aber denken nicht daran, ihren Tages-Job aufzugeben. Die beiden stromern übers Gelände und schauen überall nach dem Rechten. Auch im Finanzamt, wo gerade die Finanzbeamten und Bänker die bunten Juros sortieren. Wenig später kommen die ersten Siedler und tauschen ihre bestätigten Arbeitsleistungen gegen das Spielstadt-Geld ein. So kommen die Juros in Umlauf, und der Tauschhandel beginnt. Damit kein Geld übrig bleibt, gibt es am Freitag beim großen Ju-Hu-Abschlussfest einen bunten Geldregen.

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