Junge Streicher bezaubern im Schwörhaus

Die Jungen Streicher Ulm spielten im vollbesetzten Haus der Stadtgeschichte Werke vom Barock bis zur Romantik. Ein bezauberndes Konzert.

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Leise wollte sich Orchesterleiterin Ursula Müller-Merkle zu den Takten aus Christoph Willibald Glucks Ballett "Don Juan" am Ende davonstehlen. Da sie nach einem äußerst gelungenen Programm mit ihren Jungen Streichern Ulm allerdings keinerlei Anlass hatte, sich aus dem Staub zu machen, setzte diese Szene einen humoristischen Schlusspunkt und zeigte: Die Orchesterarbeit bereitet den Beteiligten viel Freude.

Seit 2007 schon besteht das von der Musikpädagogin und Geigerin ins Leben gerufene Kammerorchester. Gleichsam zum Jubiläum ist das Ensemble nun ein Verein in Gründung, der sich der Förderung der Orchesterarbeit verschrieben hat. Zwei Barock-Komponisten, einen Wiener Klassiker sowie einen deutschen Spätromantiker auf der Schwelle zur Moderne hatten die Musiker im Gepäck, womit sie ihr Publikum im Schwörhaus von Anfang an bezauberten.

Gar nicht strahlend, sondern feierlich und in gedeckten Molltönen erklang zu Anfang die Ouvertüre von Jean Baptiste Lullys Ballettkomödie "Le Divertissement de Chambord", mit der die jungen Interpreten zeigten, dass sie in der Barock-Rhetorik zuhause sind. Auch die übrigen Stücke dieses Zyklus" machten deutlich, wie gekonnt Müller-Merkle ihren Schützlingen die Streichertöne beigebracht hatte.

Im Konzert für Viola und Streichorchester von Georg Philipp Telemann hatten dann Luise Clages und Jeremias Weiher die Gelegenheit, an der Bratsche zu glänzen. Die beiden bewiesen, dass dieses von vielen oft belächelte Instrument in punkto Wohlklang und Kantabilität der Geige locker Paroli bieten kann.

Mit Max Regers lyrischem Andante "Liebestraum" für Streichorchester und Violoncello aus dem Jahr 1898 folgte das zwar kürzeste, dafür aber innigste Stück des Abends. Den Cellopart dieses Frühwerkes meisterte Antonia Kanold mit ebenso viel Anmut wie Bravour.

Lebhafter und beschwingter wurde es anschließend mit Mozarts Sinfonie Nr. 15. Unter herzlichem Applaus gab es am Schluss drei effektvolle Zugaben.

Wer Interesse hat, selbst beim nächsten Konzert mitzuspielen, ist dazu herzlich eingeladen: www.junge-streicher-ulm.de

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