Junge Philharmoniker voller Elan

Hörwonnen im Kornhaus: Die Junge Philharmonie Schwaben bot Schubert, Mozart mit dem Oboisten Ulrich Ehret und eine russische Ausgrabung.

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Haste Töne? Singen können sie auch, die Talente der Jungen Philharmonie Schwaben, ob mit Sonnenbrille oder Streichinstrument. Der eingängige, sogar mehrstimmige Chor der etwa 60 Musici überraschte mit dem alten Hit "Aint No Sunshine" von Bill Withers - passend zum Wetter, vor allem aber als passende Zugabe.

Denn der US-Songwriter hatte sich von einem Thema aus Wassili Sergejewitsch Kalinnikows 2. Sinfonie inspirieren lassen. Um die spannende Wiederentdeckung dieses 1897 geschriebenen, melodieschwelgenden Großkalibers der nationalrussischen Romantik machte sich die Junge Philharmonie Schwaben unter Wolfgang Erber am Sonntagabend im fast vollen Kornhaus verdient.

Mit Elan und Können präsentierte der ausgezeichnete Klangkörper, zu dem der erst zwölfjährige Geiger Ferdinand Pfeil wie auch ältere Profi-Semester um die Vierzig gehören, das 40-minütige Werk des mit nur 31 Jahren verstorbenen Kalinnikov. Dynamisch effektvoll befeuerte Dirigent Erber das Spiel einer klangmächtigen Komposition, die Volksmelodien, eigenwillige Kosaken-Tanzrhythmen, Englischhorn-Solo, Harfenklänge, wuchtige Paukenwirbel und Blechbläserfanfaren mit Streicherschmelz farbenfroh vereint.

Zu welchen Höchstleistungen das Orchester, dessen Mitglieder zu nur drei Probewochenenden vor dem Doppelkonzert in Ottobeuren und Ulm anreisen, fähig ist, brachte schon eingangs Franz Schuberts "Zauberharfen"-Ouvertüre zu Gehör - ein bravouröser Auftakt.

Im geschickt zusammengestellten Programm zog dann der renommierte Solist Ulrich Ehret mit viel persönlicher Ausstrahlung in den Bann von Mozarts galantem C-Dur-Oboen-Konzert KV 314, bei dem das Orchester feinfühlig korrespondierte. Ehrets makellos nobler Ton von klassischer Schönheit brachte kecke Verspieltheit, feine Melancholie im Adagio ebenso wie spieltechnische Virtuosität in Solokadenzen zur Entfaltung: der reinste Wohlklang. Riesenapplaus im Kornhaus. Und zum Abschluss eben: "Aint No Sunshine".

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