Junge gegen Alte?

Die "Ulmer Denkanstöße" gehen in die sechste Runde, wie immer mit hochkarätigen Referenten. Thema: Gelingt Solidarität zwischen Jung und Alt?

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Deutschland altert. Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich, gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren. Prognosen zufolge kommen im Jahr 2050 auf einen Unter-18-Jährigen sechs Erwachsene, die älter als 60 sind. Welche Konsequenzen hat das für das gesellschaftliche Zusammenleben? Droht eine Abschottung der Generationen? Leben die Alten künftig auf Kosten der Jungen? Oder wird es gelingen, eine solidarische Gesellschaft zu entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die sechste Auflage der von Stadt, Humboldt-Studienzentrum der Uni sowie der Sparda-Bank veranstalteten "Ulmer Denkanstöße" vom 13. bis 16. März im Stadthaus.

Wie Gerechtigkeit zwischen den Generationen aussehen kann, darüber spricht im Eröffnungsvortrag der Kieler Philosoph Prof. Wolfgang Kerstin. Weitere prominente Redner wie die ehemalige Bundesfamilienministerin Ursula Lehr oder der Ulmer Zukunftsforscher Prof. Franz Josef Radermacher runden das Programm von wissenschaftlicher Seite ab, während Dr. Ralph Skuban, Leiter einer Pflegeeinrichtung für Demenzkranke, oder Manfred Brock, Geschäftsführer des Netzwerks "Erfahrung für Deutschland", die praktische Seite des Themas beleuchten. Auch für kontroverse Diskussionen dürfte gesorgt sein. So sitzt am Freitag, 15. März, mit dem Kölner Politikwissenschaftler Prof. Christoph Butterwege ein streitbarer Kopf auf dem Podium. Eine seiner Thesen: Der vielfach beschworene demographische Wandel sei eine Mär und diene Politikern nur als Vorwand für Rentenkürzungen.

Zweites Schwerpunktthema der Denkanstöße ist neben der Generationengerechtigkeit das "aktive Altern". Es gehe dabei um würdiges Altern und um die Frage, wie gutes Leben aussieht, sagt Prof. Renate Breuninger, Geschäftsführerin des Humboldt-Studienzentrums, die das Programm der Denkanstöße zusammengestellt hat. Das besteht nicht nur aus Vorträgen, es gibt auch ein Unterhaltungsprogramm, unter anderem mit einer Kinovorführung im Xinedome und einem Jazz-Konzert: Passend zum Thema treten der 80-jährige Saxofonist Heinz Sauer und der 34-jährige Pianist Michael Wollny gemeinsam auf.

"Der demographische Wandel ist kein Schreckgespenst", sagt Iris Mann, die Ulmer Kulturbürgermeisterin. "Es steckt viel Potenzial darin, wenn es gelingt, die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen."

Info Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, Spenden sind willkommen. Sie gehen an den Verein "Jung und Alt = Zukunft zusammen" (Jazz). Für jeden gespendeten Euro legt die Sparda-Bank einen Euro drauf. Das Programm im Internet unter www.ulmer-denkanstoesse.de

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