Jugendtheater der Schwabenbühne glänzt mit "Momo"

Standing Ovations bei der Premiere: Das Jugendtheater der Schwabenbühne glänzte auf der Freilichtbühne in Illertissen mit "Momo" . 40 Jahre ist Michael Endes Buch schon alt, aber noch immer aktuell. Mit Bildergalerie

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Computer, Smartphone und Tablet - die Technik, die Zeit einsparen soll, frisst immer mehr Zeit. Und die ist kostbar: Zeit ist Geld, heißt es. Die Arbeitsbelastung steigt, Stress, Hektik nehmen zu. Vereinzelung, Depressionen und Burnout sind sind Folgen. Selbst bei Kindern. Höchste Zeit, darüber nachzudenken, höchste Zeit also mal wieder für "Momo".

Herzerfrischend findet die großartige Emma Theimer mit Wuschelkopf und ärmlicher Joppe in der Titelrolle auf der Freilichtbühne in Illertissen oben beim Vöhlin-Schloss heraus: Zeit ist Leben.

Vor gut 40 Jahren schrieb Erfolgsautor Michael Ende "Momo". Der Untertitel seines Weltbestsellers lautet: "Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte". Viele sind mit der märchenhaften Erzählung aufgewachsen. Wobei die Parabel auf die gesellschaftliche Realität aktueller ist denn je.

Dem Jugendtheater der Schwabenbühne Roth- und Illertal und dem Inszenierungsteam gelang mit Richard Aigner, dem neuen Regisseur, in dem Familienstück ein imposanter Premierenerfolg: Spannend und unterhaltsam kommt "Momo" auf die Bühne, mit Situationskomik und Tiefgang.

Das Wetter spielte trotz Gewitteranzeichen Samstagabend mit. Und zwei Dutzend theaterbegeisterte Jugendliche, die textsicher und schauspielerisch in Neben- und Mehrfachrollen überzeugten. Vom Kneipenwirt bis zur Polizistin, vom Dreikäsehoch beim Protestmarsch bis zu den 16-ährigen Talenten in wichtigen Rollen: Sezgin Kivrim (als Beppo Straßenfeger), Elliott Henner (als Gigi Fremdenführer) und Johanna Kratschmann im Mozart-Kostüm als Meister Hora, der als Verwalter der Zeit ebendiese anhält.

Sechs graue Herren setzen die Menschen unter Druck: Sie wollen sie dazu bringen, Zeit zu sparen. Als die Zeit-Diebe von der betrügerischen Zeitsparkasse schon fast die Welt kontrollieren, schickt Meister Hora die hilfsbereite Momo mit Schildkröte Kassiopeia (gewitzt: Tabea Kolb) in den Kampf gegen die grauen Unholde.

Gebannt verfolgte das Publikum auf der überdachten Tribüne das lebhafte Spiel, aufwändig in Kostümen, Bühnenbildern und -aufbauten bei eingespielter Musik, Licht-, Nebel- und PyrotechnikEffekten inszeniert, bis die Welt gerettet war. Standing Ovations und eine Botschaft: Nimm dir Zeit, lebe das Jetzt!

Info Die Schwabenbühne gibt "Momo" freitags und samstags bis zum 8. August. jeweils 20 Uhr, Sonntag, 26. Juli und 2. August, um 17 Uhr sowie Donnerstag, 6. August, um 20 Uhr. Karten unter www.schwabenbühne.de

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