Jugend forscht: So viele Projekte wie noch nie beim Regional-Wettbewerb

Jugend forscht hat nichts von seiner Faszination verloren. Im Gegenteil: In den Schulen der Region werden immer mehr naturwissenschaftliche Ideen entwickelt und umgesetzt. Fast 60 sind es diesmal.

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Ideen zum Forschen gibt es zuhauf: Diesmal widmeten sich die Teilnehmer Windkrafträdern, Hühnern, Wäsche oder Zielscheiben. Fotos: Volkmar Könneke

Forscherpech. Gerade noch hat der Roboter tadellos gearbeitet, da taucht unvermutet ein Problem auf: Das Programm ist fehlerhaft. Und das kurz vor dem Wettbewerb. Obendrein ist Nils krank, der Programmierer im Team. Tobias und Adrian (alle 13 Jahre alt) sehen sich außerstande, den Fehler zu beheben. Sie sind fürs Zusammenbauen zuständig. Trotzdem ziehen die Schubart-Schüler das Projekt durch. Schließlich haben sie eineinhalb Jahre an ihrem "Money Sorter" gearbeitet, einem Roboter, der Geldscheine sortiert. Das Ziel des Ganzen: in der Sparte "Schüler experimentieren" von "Jugend forscht" antreten. Tapfer beantworten die Siebtklässler an ihrem Stand während der Präsentation in der Donauhalle eine ständig wiederkehrende Frage: "Funktioniert das auch?" - "Eigentlich schon."

Der Wettbewerb brachte auf regionaler Ebene so viele Projekte hervor wie nie zuvor: Von 113 jungen Talenten wurden 58 Ideen für die Sparten "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" umgesetzt, 20 mehr als vergangenes Jahr. Auffällig: Diesmal traten Schulen, die bereits traditionell teilnehmen, noch geballter auf. Und es kamen neue Schulen hinzu. "Es geht kontinuierlich bergauf", sagt Wettbewerbsleiter Jochen Krüger. Der in den 60er Jahren von Stern-Chefredakteur Henri Nannen aus der Taufe gehobene Wettbewerb wird in Ulm von der Innovationsregion erst seit 2004 veranstaltet. Er zählt somit zu den jüngeren seiner Art in Baden-Württemberg. Gleichwohl schreibt er eine Erfolgsgeschichte. Bis heute nahmen mehr als 700 junge Nachwuchsforscher und -forscherinnen teil. Krüger: "Der Wettbewerb ist im Großen und Ganzen gut etabliert und renommiert."

Niklas Haas (19) ist zum dritten Mal dabei - aber zum ersten Mal alleine mit einem Projekt. Und zum ersten Mal erfolgreich. Der Robert-Bosch-Schüler widmet sich einer recht abstrakten Aufgabe: Rechnen mit Einheiten. Was das für einen Sinn macht? Anwendungsmöglichkeiten sieht Niklas Haas zum Beispiel bei Flugnavigationssystemen. "Das Programm erkennt einen Fehler in der Programmierung - bevor das Flugzeug abstürzt." Die Jury bedachte das Projekt mit dem ersten Preis im Fachgebiet "Mathematik/Informatik". Der Bosch-Schüler gehört somit zu den Auserkorenen, die in die nächste Wettbewerbsebene aufsteigen. Eine Organisatorin des Landesentscheids hat ihm die Teilnahmeunterlagen schon am Wochenende ausgehändigt. Es sind schließlich nur noch zwei Wochen Zeit, bis er zum Landesfinale in Fellbach auflaufen soll. Natürlich wieder alleine. Wenn auch grundsätzlich nicht auf sich allein gestellt. Der Informatik-Freak hat, wie er es ausdrückt, "einige Bekannte aus dem Programmierer-Kreis" hinter sich. Doktoren der Mathematik, Lehrer. "Ganz nette Leute." Man findet sich übers Internet. Am Rande bemerkt: Für Niklas Haas steht fest, er wird Informatik studieren. "Ich will Informatiker werden - und dafür (er zeigt auf seine Forschungsergebnisse, Anm. der Redaktion) bezahlt werden."

In der Regel sind es die Lehrer an der eigenen Schule, die den Jugend-forscht-Geist weitertragen. Lehrer, die die Begeisterung fürs Forschen in sich haben und obendrein so etwas wie ein Nachwuchs-Unterstützer-Gen. Lehrer wie Caroline Strehle vom Schubart-Gymnasium. Sie steht dabei immer aufs Neue vor der Frage: "Wann packt der Schüler es selber? Und wann muss ich unterstützen, damit es weitergeht?" Sie sagt aber auch: "Auch das Scheitern muss man zulassen."

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