Jubiläumskonzert der Petruskirche begeistert

|

Donnernder Applaus und Jubelrufe. Ein Can-Can in der Neu-Ulmer Petruskirche? Die operettenseligen Zutaten im rasanten „Offenbach-Cocktail“ für Streicher zünden. Begeistert lässt das Publikum das „hauseigene“ Kammerorchester unter Petruskantor Oliver Scheffels, der  auch in seiner Moderation und in einer John-Williams-Filmmusik-Trilogie Sinn für Humor  und Show zeigt, nicht ohne zwei Zugaben weg – aus den zuvor gebotenen „Happy Birthday“-Variationen. Wie Komponist Peter Heidrich die berühmte Geburtstags-­Melodie im Stil von Bach, Mozart, Beethoven & Co. bis ins walzernde Wien variiert, ja, das gefällt als feiner musikalischer Spaß beim „Jubiläenkonzert“.

Mehr Jubiläum geht kaum. 500 Jahre Reformation, 150 Jahre Petruskirche, 125 Jahre Kantorei, 70 Jahre Orchester, 45 Jahre Simon-Orgel, wie Pfarrerin Karin Schedler  aufzählte. Dafür bündelten der Petrus-Chor und das Kammerorchester in der fast vollen Kirche zwischen Altarraum und Orgelempore voller Elan ihre Kräfte. Ohne nennenswerte Abstriche lief das gut 50-köpfige Aufgebot zwischen anspruchsvoll klassisch bis locker beschwingt zu großer Form auf.

Triumphaler Bombast

Nach der festlichen Eröffnung mit Vivaldis Concerto C-Dur, einem barocken  Prachtwerk, dem Stefan Mack und Marc Deml auf der Trompete Glanzlichter aufsetzten, hatte der Chor anspruchsvolle geistliche Vokalmusik von der Romantik bis zur Gegenwart (John Rutters „The Lord Bless You“) zu Gehör gebracht.

Eindrucksvoll, wie im Wechsel Scheffels und David Jochim, sein Assistent während eines Praktikumsjahres, trotz heikler Momente einen durchweg klar kon­turierten Chorklang mit Orchesterbegleitung formten. Stimmschön und berührend erstrahlten die Choralkantate „Christe, du Lamm Gottes“, in der Mendelssohn einen Luther-Text vertonte, wie auch Cesar Francks lobpreisender Psalm 150 mit markanten Männerstimmen.

Ein instrumentaler Höhepunkt war gewiss Josef Rheinbergers dreisätziges Konzert Nr. 2 in g-Moll. Das 25-minütige, enorm wirksame Schwergewicht mit Streicherglanz, Orgel-Virtuosität (David Jochim), schmetternden Trompeten und Hörnern (Andrea Hoffmann, Wolfgang Paulus ) sowie Paukendonner (Johanes Beuter) gipfelte nach dem lyrisch-­liedhaften Largo im  finalen Triumph-Bombast. Kein Wunder, dass die klangfarbige Schwelgerei die Zuhörer zu spontanem Zwischenapplaus und Bravo-Rufen hinriss.

Info Kleines „Geistlichen“-Abschieds-­Konzert zur Jubiläumswoche: am Mittwoch, 20 Uhr, in der Neu-Ulmer Petruskirche.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

FDP-Kandidat Alexander Kulitz löst Ticket in den Bundestag

Über die Landesliste für die FDP in den Bundestag: Alexander Kulitz ist neben Ronja Kemmer (CDU) und Hilde Mattheis (SPD) der lachende Dritte aus Ulm. weiter lesen