Journalisten im Streik

Vor der neunten Tarifrunde bei Journalisten ging in der Ulmer Fußgängerzone eine Demo mit rund 100 Redakteuren über die Bühne.

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Die Tageszeitungs-Journalisten hätten nach rund zehn Jahren mit Reallohn-Verlusten die Sparprogramme der Verlage satt, erklärte am Dienstag der neue Betriebsratsvorsitzende der SÜDWEST PRESSE, Thomas Gotthardt, auf einer Kundgebung im Rahmen des laufenden Tarif-Streiks am Berblinger-Brunnen. 

Dazu waren rund 100 Journalisten gekommen – nicht nur von der SWP-Redaktion Ulm, sondern von der Augsburger Allgemeinen aus der Zentrale und Neu-Ulm, aus Geislingen, Göppingen, Heidenheim, Reutlingen. Es gab weitere Kundgebungen in Baden-Württemberg. Mit Blick auf den geplanten Abbau auch bei Entgelt und Urlaub sagte Gotthardt, Redakteure befürchteten eine Entwertung ihres Berufs: „Qualitätsjournalismus wird kaputtgemacht.“ Verdi und der Deutsche Journalistenverband (DJV) fordern dagegen die unveränderte Weiterführung des Manteltarifvertrags sowie 5,5 Prozent mehr Gehalt. Gotthardt: „Wir verdienen das“ – auch wegen der unkalkulierbaren Arbeitszeiten und Wochenenddienste.

Für Verdi und Deutsche Journalisten-Union (DJU) kritisierte Joachim Kreibich vom Bundesvorstand ebenfalls, dass die Zeitungsjournalisten beim Reallohn nach einer Reihe schlechter Abschlüsse hinterherhinken. Diesmal dürfe es trotz der Hinhalte-Taktik der Verleger keinen Abschluss als „Minusgeschäft“ geben. 

Vor der neuen Tarifrunde sagte der Verhandlungsführer der Verleger, Georg Wallraf, er sehe positiv, dass in unterschiedlichen Modellen die Regionalisierungsproblematik beachtet werde. „Wir wollen weiter über alle Materien und somit auch die Gehaltstabellen diskutieren.“ Bei den Gesprächen vor zwei Wochen sei erstmals über unterschiedliche Lösungen gesprochen worden. Diskutiert wurde unter anderem die Forderung der Verleger, die Gehälter an die Kaufkraft in den jeweiligen Regionen anzupassen. 

Zum Abschluss zogen die Journalisten durch die Hirschstraße zum Münsterplatz und bildeten mit einer Art Menschenkette das Motto nach: „Worte sind wertvoll“. 

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