Jede zehnte Stelle bei Evobus fällt weg

Der Stellenabbau bei Evobus ist beschlossene Sache. Daimler streicht aus Spargründen bis zu zehn Prozent der Arbeitsplätze im Omnibuswerk Neu-Ulm. Das kündete der Leiter der Daimler-Bussparte, Hartmut Schick, an.

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  • Beim Setra-Hersteller Evobus in Neu-Ulm soll jede zehnte Stelle wegfallen. Nach Berechnungen des Betriebsrats könnten mehr als 500 Arbeitsplätze dauerhaft verlorengehen. 1/2
    Beim Setra-Hersteller Evobus in Neu-Ulm soll jede zehnte Stelle wegfallen. Nach Berechnungen des Betriebsrats könnten mehr als 500 Arbeitsplätze dauerhaft verlorengehen. Foto: 
  • Dunkle Wolken über dem Setra-Hersteller Evobus: Im Werk Neu-Ulm soll jede zehnte Stelle wegfallen. Nach Berechnungen des Betriebsrats könnten mehr als 500 Arbeitsplätze dauerhaft verlorengehen. 2/2
    Dunkle Wolken über dem Setra-Hersteller Evobus: Im Werk Neu-Ulm soll jede zehnte Stelle wegfallen. Nach Berechnungen des Betriebsrats könnten mehr als 500 Arbeitsplätze dauerhaft verlorengehen. Foto: 
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Der zu Daimler gehörende Bushersteller Evobus streicht im Zuge des neuen Sparprogramms „Globe 2013“ bis zu zehn Prozent der Stellen in den Werken Neu-Ulm und Mannheim. Das sagte der Leiter des internationalen Omnibusgeschäfts, Hartmut Schick, am Montag beim Jahresgespräch der Konzernsparte in Stuttgart. Der Abbau soll über Alterslösungen und Abfindungen erfolgen. Schick: „Betriebsbedingte Kündigungen wird es mit mir nicht geben.“ Im Omnibuswerk in Neu-Ulm waren nach seinen Worten zuletzt 3765 Mitarbeiter tätig. Darunter sind rund 300 Azubis.

Bezogen auf die Stammbelegschaft in dem Montagewerk für Setra- und Mercedes-Busse würden die Pläne also den Abbau von 340 bis 350 Arbeitsplätzen bedeuten. Betriebsrat und die IG Metall Ulm befürchten allerdings, dass mehr als 500 Stellen dauerhaft wegfallen, im Verbund mit Mannheim sogar 1000. Die Daimler-Geschäftsleitung und Vertreter der Arbeitnehmer treffen sich am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss von Evobus zu ersten Verhandlungen. Danach soll es ein Statement zum weiteren Verlauf geben.

Es geht nach den Worten Schicks darum, die Standorte Neu-Ulm und Mannheim „nachhaltig fit für die Zukunft zu machen“. Man werde im Zuge des Effizienzprogramms „jeden Stein umdrehen und nichts aussparen“. Die Version des Betriebsrats, dass es dabei auch Einschnitte beim Lohn für die verbleibende Belegschaft geben soll, wollte Schick zunächst nicht kommentieren.

Er machte jedoch klar, dass Evobus als Kern-Unternehmen für das westeuropäische Busgeschäft die meisten Probleme hat. Der Absatz in dieser Region ging 2011 deutlich um 17 Prozent auf rund 5900 Omnibusse zurück. Evobus steht zwar für 60 Prozent des weltweiten Busgeschäfts. Schick ist aber mit der Rendite unzufrieden, die in der Sparte bald sechs Prozent betragen soll. Es blieb unklar, ob Evobus rote Zahlen schreibt. Dagegen sei man mit der Marge in Lateinamerika, Mexiko und der Türkei „sehr zufrieden“. Das türkische Werk in Hosdere spielt künftig eine stärkere Rolle.

Schick bestätigte Informationen des Betriebsrats, nach denen die Produktion des Mercedes-Reisebusses Travego nur noch in Hosdere läuft. In Neu-Ulm wurden zuletzt 290 Travego montiert. Die Kapazitäten hier werden „ausgedünnt“, wie Schick erläuterte. Gleichwohl legte er ein Bekenntnis zur Produktion im Inland ab: „Wir sind der einzige große Bushersteller, der dem Standort Deutschland die Treue hält.“

Mit der Einführung der neuen Abgasnorm Euro VI und neuen Produkten werde man speziell für Evobus eine Vertriebsoffensive starten.

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Kommentare

15.03.2012 15:06 Uhr

Grundlagenforschung als Unfug?

Wenn bereits alles klar wäre, wie der kommentierende Leser Burkhardt kurzerhand vor aller Augen behauptet, hätte seinerzeit Heisenberg nicht das Forschungsinstitut des einstigen Anlagenwerks der Telefunken in der Ulmer Weststadt besuchen und auf die universal stets herrschende Unbestimmtheit verweisen müssen und der spätere Inhaber des lucasischen Lehrstuhls in Oxford, Hawking, hätte daran anschließend seine Amtszeit zweifelsfrei nicht mit allergröbstem Unfug vergeudet.

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14.03.2012 12:18 Uhr

Wo ist die Kirche?

Geht's net no a bissele komplizierter?

Ich bewundere Leute, die nicht in der Politik sind und es trotzdem fertig bringen, so geschwollen daher zu reden...

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13.03.2012 12:13 Uhr

Kirche im Dorf lassen!

Strategisch bleibt auch künftig jegliches Vorhaben, die Effizienz unternehmerischer Initiative zu wahren, daran ausgerichtet, allein investive Mittel deshalb frei werden zu lassen (D'Alessio/Oberbeck/Seitz, 2000: 12), um die Unabhängigkeit der sie tragenden Arbeitsprozesse auch künftig ökonomisch zu sichern. Sollten also die Mitglieder kommenden Donnerstag des betriebsverfassungsrechtlich abschließend normierten Wirtschaftsausschusses des Neu-Ulmer Evobus-Werks sich außerhalb dessen bewegen, brechen die Vertreter kollektiver Interessenvertretung illegitim vereint mit dem Arbeitgeber somit vor allem universitäre Siegel.

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