Jugendhilfeausschuss diskutiert über fehlende Kitaplätze in Ulm

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Wir sind dran. Das Thema hat für uns höchste Priorität“, versicherte Bürgermeisterin Iris Mann im Jugendhilfeausschuss des Gemeinderats, als es die fehlenden Kinderbetreuungsplätze in Ulm ging. Wie bereits berichtet, wird es wegen mehr Geburten und mehr Zuzug im nächsten Kindergartenjahr in den Ulmer Kitas eng. Rein rechnerisch fehlen 148 Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren (Ü3) sowie 66 Plätze für Kinder unter drei (U3).

„Wir sind  in laufenden Gesprächen mit Trägern und darüber, wie man Wohnraum für neue Gruppen umnutzen könnte. Aber wir können derzeit noch nichts darüber sagen“, erläuterte Mann. Sie bat die Stadträte und anderen Mitglieder des Gremiums um Geduld: „Bis zum Sommer bekommen Sie den aktuellen Stand“, was an Lösungen möglich sei.

Fest steht allerdings schon, dass in Wiblingen die frühere städische Kita Schloßstraße 9 wieder eröffnet und 25 Ü3-Plätze haben wird. Das kündigte Günter Scheffold, Leiter der städtischen Abteilung Kinderbetreuung an.

Drei Brennpunkte

Die Wiedereröffnung kommentierte Gerhard Bühler (FWG) mit: „Das ist wunderbar.“ Um dann aber umzuschwenken in eine andere Richtung: „Schon wieder reichen in Ulm die Kindergartenplätze nicht.“ Die „Brennpunkte“  seien Wiblingen, Böfingen und Jungingen. Dem schlossen sich in der folgenden Debatte alle Fraktionen des Gemeinderats an. Barbara Münch (CDU) meinte: „Wir haben schon vor einem Jahr gesagt: In Böfingen wird es eng. Aber leider ist nichts passiert. Jetzt muss schnell gehandelt werden und es müssen Notgruppen geschaffen werden.“

Gisela Kochs (FWG) forderte „kreative Lösungen für neue Gruppen“. Michael Joukov (Grüne) sagte: „Wir müssen tätig werden und investieren.“ Und am besten eine „zweistellige Anzahl neuer Gruppen schaffen“.

Die schärfsten Worte fand Thomas Kammer, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der Ulmer Kitas: „Wir gucken in einen Abgrund.“ Damit meinte er nicht nur die fehlenden Plätze, sondern auch eine Unterversorgung beim Ganztagsangebot, auf das arbeitende Eltern angewiesen seien. „Angesichts dieses Angebots sind die Gebühren in Ulm viel zu hoch.“ Er bezeichnete es auch als „traurig, dass Kinder in baulich abgängige Einrichtungen gehen müssen“. Damit gemeint sind Gebäude, die in einem so schlechtem Zustand sind, dass sie längst durch Neubauten hätten ersetzt werden müssen.

Bürgermeisterin Mann reagierte mit der eingangs genannten Aussage auf die Appelle der Ratsmitglieder. „Wir nehmen Ihren Auftrag ernst.“ Wie viele Plätze und wo Gruppen kurzfristig möglich sind, würden die derzeitigen Gespräche ergeben. Für U3-Kinder will die Stadt verstärkt Tagesmütter gewinnen. Mittelfristig wird Ulm neue Bauprojekte für Kitas in Angriff nehmen.

Dafür braucht es, betonte Mann weiter, politische Entscheidungen, die „in Konkurrenz zu anderen Bedürfnissen“ ständen. Wie zum Beispiel in Wiblinger Hart: Dort speckt die städtische Wohnbaugesellschaft UWS nach Anwohnerprotesten ihre Baupläne ab. Zwar ist angedacht, dort eine Kita mit unterzubringen  – aber dafür fielen Wohnungen weg. Die Entscheidung steht aus.

Konkurrenz Das Bauen von Kitas ist das eine, das andere ist: Sie müssen betrieben werden – aber dazu braucht es Personal. Und das ist inzwischen mehr als knapp, seit alle Kommunen ihre Betreuungskapazitäten ausbauen. Bei der ersten Stufe des Ausbaus von Kitas in den Jahren 2012/13 hatte die Stadt laut Bürgermeisterin Iris Mann noch Glück, „weil wir früher dran waren als die anderen. Aber jetzt ist es eng, und es wird eng bleiben.“ Zwar habe die Stadt ihre Personal­offensive verstärkt, aber Ulm steht in Konkurrenz zu vielen anderen Städten und Gemeinden, die händeringend Erzieherinnen und Erzieher suchen.

Keine Zulagen Mann betonte, dass Ulm keine Zulagen über das Tarifgehalt hinaus zahlen werde: „Das ist sicher.“ Aber die Stadt versuche, Interessenten bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Außerdem gebe es Programme zur Weiterbildung oder Qualifizierung für Umsteiger aus verwandten Berufsgruppen.

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